Die Oase Elisabethplatz….oder was das sein soll…
Nur kurz zur Erläuterung: Der Elisabethplatz befindet sich in Gelsenkirchen-Altstadt. Ehemals war dies ein Parkplatz und diese sind in der Wohngegend (parkausweispflichtig) sehr rar. Jetzt möchte ich als nicht-Autofahrerin nicht über die Parkplatzsituation in der Gelsenkirchener Innenstadt schreiben sondern eben über diesen Platz.
Den Anwohnern wurde vor wenigen Jahren angedeutet, dass dieser Platz umgebaut werden soll. Mich störte es soweit nicht. So gingen Gerüchte um, dass dies eine grüne Oase werden soll, ein Begegnungsplatz. Das fand ich jetzt gar nicht so schlecht. Kommunikativ wie ich nun mal bin, habe ich mir schon erhofft, bei einem Fläschchen Bier nach Feierabend mal ein wenig mit den Nachbarn zu klönen. Immerhin noch besser, als sich von dem hirnlähmenden Fernsehprogramm jeden Intellekt entfernen zu lassen. Nö, das mache ich lieber mit einem Bierchen. Da hat man mehr von.
Für Leute, die nicht aus dem Ruhrpott sind: Das ist hier unsere Mentalität, deswegen bin ich noch kein Alkoholiker. Ein Bierchen gehört zum Abendbrot dazu und fördert die Kommunikation. Das funktioniert noch im Pott.
Um die Anwohner mit in die Gestaltungsarbeit des Elisabethplatzes einzubeziehen, wurde an einem Abend eine Infoveranstaltung abgehalten, an der ich leider wegen eines anderen Termins nicht teilnehmen konnte. Aber regelmäßig bekamen wir Flyer in unsere Briefkästen und ich erinnere mich, dass mich nicht wirklich etwas störte. Demnach gehe ich rückblickend davon aus, dass die geplante Gestaltung des Platzes für mich in Ordnung war.
Kurz vor der Eröffnung des Platzes gingen weitere Flyer durch die Briefkästen von Anwohnern, die schon Grillfeste planten. Ich fand die Idee spitze und hoffte, endlich mal wieder grillen zu können. Darüber hinaus fand ich es prima, dass andere Nachbarn auch mehr auf Zusammengehörigkeit setzten. Also wartete ich darauf, dass der Platz freigegeben wird.
Dann kam der Tag. Ich glaube, es war im September letzten Jahres. Kann auch ein wenig früher oder später gewesen sein. Ich habe nach dem Schock so einiges vergessen.
Fröhlich feierten unsere Stadtherren und -damen auf unserem Platz. Die SPD war am meisten vertreten. Kein Wunder, es gab ja auch Bier und Bratwürstchen. Eine besondere Spezialität, die unsere SPDler aktiv werden lässt
Naja, ist auch auch in Ordnung so. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Leider sollte dies das letzte Fest gewesen sein.
Nachdem die Zelte abgebaut waren, die Bierstände völlig geleert und wieder Ruhe einkehrte sahen wir Anwohner, was von dem Platz noch übrig blieb: Eine mit Schotter angelegte Piste und Spielgeräte für Kinder, die eher an Kunstskulpturen mit Verletzungsgefahr erinnern. Ich habe mit Anwohnern und Einzelhändlern gesprochen und alle sind empört, was aus diesem Platz geworden ist!
Was also, sollen wir mit dem Elisabethplatz anfangen? Dennis von der Initiative-Links hat sich heute auch schon über dieses Thema geäußert, wie hier zu lesen ist.
Die Ironie wollte es so, dass ich heute in der Sparkasse eine Broschüre fand, die von der Stadtmarketing Gelsenkirchen und der Sparkasse in GE unterstützt wurde. Herausgegeben wurde sie vom Bund Deutscher Architektur (BDA). Diese Broschüre nennt sich “Tage der Architektur 2007″. Ich war sehr positiv überrascht, wie viele architektonische Verbesserungen wir in unserer Stadt vorgenommen haben. Beispielsweise wurde dort über die neue Synagoge in der Innenstadt oder auch über eine Weinlounge in Ückendorf informiert. Ich war und bin sehr beeindruckt.
Aber der Elisabethplatz wurde auch erwähnt und das was ich da las war schon ein Hohn:
[…]Der Charme dieser innerstädtischen Platzfläche bestand immer in dem geordnet angelegten alten Baumbestand und den charaktervollen Platzwänden, das Defizit lag in der Anwesenheit eines Bunker-Bauwerks an der Nordseite und der Nutzung der asphaltierten Fläche als bewirtschafteter Parkplatz. […]
Da haben wir ihn wieder, den Bunker. In Dennis Blog kann man ja die vermuteten Gründe über den gewollten Abriss dieses Bunkers mehr lesen.
Ferner wird in dieser Broschüre erwähnt, dass die zum Teil wassergebundene Decke nun zum Boule-Spiel einlädt. Ich gehe mal davon aus, dass die Gelsenkirchener sich immer eine wassergebundene Decke zum Boule-Spielen gewünscht haben.
What the hell ist Boule?!?!?!
Naja, sowas wie bosseln bestimmt.
Der Abschluss dieses Textes ist vortrefflich:
“Es ist Sache der Anwohner, diese freundliche Altstadtoase anzunehmen und zu schützen.”
Frei nach dem Motto: Friss und stirb! Das habt ihr gewollt und jetzt seht zu, wie ihr damit fertig werdet.
“Von dieser Oase darf es mehr geben”
Oh neee, bitte nicht!
