Free Burma

Vor wenigen Wochen begannen die friedlichen Proteste, geführt von buddhistischen Mönchen, in Burma. Zunächst wurde dies von der westlichen Welt nur oberflächlich wahrgenommen. Wo liegt Myanmar und wieso sagen manche Burma oder Birma? Alleine schon in der Namensnennung liegt eine wichtige politische Aussage. Patje hat eine entsprechende Erläuterung dazu in seinem Blog veröffentlicht.

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In unserem Forum habe ich eine Diskussion unter dem Titel Myanmar begonnen, mich aber nun auch auf Burma festgelegt!

Allmählich begann eine stetige Berichterstattung über die Demonstrationen, die ich mit Interesse verfolgte. Es war zu lesen, dass immer mehr Mönche der Militärjunta trotzten. Zuerst waren es Hunderte, dann mehrere Tausende. Nach und nach schlossen sich auch Zivilisten an, die dem Mut der Mönche folgten. Ausschlaggebend für die Demonstration war kurzfristig erwähnt, dass die Benzinpreise im August eine Höchstmarke erreicht haben, die nicht mehr zu dulden war. Langfristig sind aber bereits in den letzten Monaten die Lebenshaltungskosten in Burma drastisch gestiegen, so dass die Benzinpreiserhöhung nur der gewisse Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Bereits 1988 fand eine ähnliche Demonstration statt, die 8888 Uprising genannt wurde. Die Zahl 8888 ergab sich aus dem Datum der ersten Protestaktion, die am 8. August 1988 begannen. Ebenso friedlich wie die Heutige schlossen sich den Studenten, welche diese Demonstration anführten, Mönche und BürgerInnen an. Am 18. September 1988 schritt das Militär ein und verursachte ein Massaker, bei dem schätzungsweise 3.000 Menschen ihr Leben ließen.

Jetzt im Jahr 2007 haben wir wieder die Situation, dass die Menschen in Burma für Freiheit und Demokratie auf die Straße gehen. Sie zeigen Mut und Entschlossenheit. Sie trotzen dem Regime trotz oder gerade wegen der Niederschlagung von 1988.

Wir von der Initiative-Links beobachteten in unserer Forumsdiskussion weiter die Entwicklung. Es wurden immer mehr Demonstranten, das Militär schwieg. Zwar gab es Drohgebärden aber ich war der guten Hoffnung, dass sie es nicht wagen würden, Mönche anzugreifen. Im Fernsehen entnahm ich einem Fachmann, der viel Zeit in Burma verbringt, dass das Militär es nicht wagen würde, gegen die heiligen Mönche vorzugehen.

Leider hatte er unrecht!

Das Militär schritt Ende September ein, um der Demonstration ein Ende zu setzen. Seit einigen Tagen sind die Internetverbindungen nach Burma unterbrochen. Berichterstattung ist nur sehr schwer möglich. Über die Zahl der Toten bekommen wir kaum eine Antwort. Ein paar informative Fragmente dringen noch durch. Aus diesem Grunde halte ich es für enorm wichtig, dass wir in der Blogszene immer wieder versuchen, die Informationen zu sammeln und an die Öffentlichkeit zu bringen.

Mir stellt sich täglich die Frage: Was können wir tun? Was können die Weltmächte tun? Fakt ist, dass Burma eine starke Wirtschaftsbeziehung zu China hat. China hüllt sich in Schweigen. Was können Embargos bewirken? Wie der Spiegelfechter schreibt, ist die UN ein “zahnloser Tiger”. Ferner wird dort die Wirtschaftsbeziehung von China, Indien und Burma ein wenig genauer beleuchtet (sehr lesenswerter Artikel!):

“Auch sind bereits Verträge für den Bau einer Pipeline unterzeichnet, die Öl aus dem mittleren Osten vom burmesischen Hafen Yanbal ins 1.440 km entfernte Kumming transportieren soll. Die Kapazität dieser Pipeline soll 800.000 Barrel pro Tag betragen, dies sind vier Fünftel der Kapazität der berühmt-berüchtigten Baku-Tblissi-Ceyhan Pipeline, bei fast gleicher Länge.

Diese Pipeline ist nicht nur wirtschaftlich für China sinnvoll, sondern stellt auch Entlastung des Tankerverkehrs durch die Meerenge bei der Straße von Malakka bei Singapur dar. Durch diese Meerenge müssen 80% der chinesischen Energieimporte transportiert werden. Im Falle eines Konfliktes mit den USA (z.B. wegen Taiwan) wäre dieses Nadelöhr innerhalb kürzester Zeit durch amerikanische Marineverbände blockiert, was China wirtschaftlich ruinieren würde.”

Wer hat also die Macht, Druck auf die burmesische Militärjunta auszuüben? Kann die USA Bedingungen an China stellen, die Junta zu sanktionieren? Welche Auswirkungen hätten die Sanktionen für die Bevölkerung? Ein Waffenembargo würde kurzfristig nicht wirklich effizient sein. Ich vermute, dass das Militärregime ordentlich mit Material ausgestattet ist. wirtschaftliche Sanktionen würden letztendlich die Armut in Burma noch verschärfen. Es bleibt also zu hoffen, dass schnellstens eine Lösung gefunden wird.

Denn in der Zwischenzeit werden weiterhin extreme Repressionen ausgeübt.

Wie Heise berichtet, werden Mönche verschleppt, zu Tode gefoltert und getötet:

“So will die Daily Mail von Hla Win, einem desertierten Geheimdienstgeneral, erfahren haben, dass während der letzte Tage angeblich mehrere tausend Menschen getötet worden seien. Hunderte von Mönchen seien mit Lastwagen aus Rangun in den Dschungel fortgebracht und dort getötet worden. Er sei geflohen, als er den Auftrag erhalten hatte, an dem Massaker teilzunehmen. Jetzt sei er an der Grenze zu Thailand und bittet Norwegen um Asyl.

Nach weiteren Berichten, die die Daily Mail erhalten haben will, seien mindestens 2000 Mönche inhaftiert, viele seien geschlagen worden. Die schwedische Diplomatin Liselotte Agerlid, die sich in Thailand aufhält, erklärte, dass die Revolte vorüber und von den Militärs niedergeschlagen sei. In der Hauptstadt seien extrem viele Soldaten stationiert, man könne nichts mehr machen, die Menschen hätten Angst. Sie berichtet, dass nach Informationen, die sie aus einer Botschaft erhalten habe, dass mindestens 40 Mönche in einem Gefängnis zu Tode geprügelt worden seien. Drei weitere Klöster seien durchsucht worden und stünden jetzt leer.”

Und was sagt der UN-Menschenrechtsrat dazu? Sie fassen Beschlüsse darüber, ob sie die Vorfälle in Burma bedauern oder verurteilen sollen.

Was können wir tun? Am 4. Oktober 2007 ist für die Blog- und Internetszene eine Kampagne unter dem Motto “Free Burma” vorgesehen. Ich ziehe den Tag um einen vor und veröffentliche den Bericht schon heute am 3.10. Wichtig ist, dass wir mit unserer Solidarität weltweit Unterstützung für die Menschen in Burma bekunden. Unterstützung für Frieden, Freiheit und Demokratie!

FREE BURMA!

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Bild: Flickr

2 Kommentare

  1. […] weit entfernt, aber das ist auch kaum umsetzbar, bei der Fülle von Einträgen. Thorsten, Sandra, Grüne Gelsenkirchen, Ameisen-Blog, Robert Basic, Monsieur Fischer, Wissenswerkstatt, Oliver […]

  2. hi, i’m the girl who take the pic of the hands with chains.
    i’m happy you liked it, and thanks for putting the link to my photoblog :-)
    i just ask you please, if you want to use any other of my photo in the future, to let me know it. :-)
    sorry i don’t speak your language.
    have a nice day
    Petra

    http://www.flickr.com/photos/pepandora/

    am 17. 03. 2008 um 17:55 Uhr von Petra - PePandora

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Der Beitrag wurde am 3. Oktober 2007 um 17:35 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Politik gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.