Von Kühlungsborn nach Heiligendamm

Vielleicht ist es dem einen oder anderen treuen Besucher meines Blogs bereits aufgefallen, dass ich fast zwei Wochen nichts veröffentlicht habe. Das hatte einen guten Grund: Ich war im Urlaub.

Leider war es mir nicht vergönnt, Anfang Juni bei den G8-Protesten vor Ort aktiv zu sein. Ich musste die Urlaubsvertretung übernehmen und war damit jobmäßig gebunden. Aber in den Fernsehberichten habe ich ein wenig die Umgebung von Heiligendamm verfolgen können und war von der Landschaft sehr beeindruckt. Da mein Interesse, den Osten und auch die Bäderkultur an der Ostsee kennen zu lernen, schon länger bestand, ging es Anfang Oktober nach Kühlungsborn.

Auch nach dem Urlaub bin ich so sehr begeistert, dass ich unbedingt über die Gegend berichten muss. Das habe ich auch ein paar Leuten versprochen. Werbung für Kühlungsborn.

Verbunden mit diesem Text werde ich noch Bildergalerien veröffentlichen. Ich gebe zu, dass mir diese als Information vor der Buchung ein wenig gefehlt haben. Zwar findet man im Netz immens viele Seiten über Zimmervermittlungen aber die Fotos kommen doch irgendwie zu kurz.

Von Gelsenkirchen aus sind wir durchschnittlich ca. 5 Std. gefahren. Da die Herbstferien in NRW gerade zu Ende gingen, war bei der Hinfahrt der Stau zum Glück auf der anderen Seite. Wir hatten eine Ferienwohnung in einer Jugendstilvilla gebucht und das zu einem korrektem Preis. Im Vorfeld habe ich noch einen Haken bei der Sache gesucht ihn aber bis heute nicht gefunden. In der Tat besteht Kühlungborn nur aus Villen. Eine entsprechende Fotoauswahl findet ihr am Ende des Textes verlinkt.

Das war unser Haus

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Ich fühlte mich gleich zu Hause und es waren nur 20m bis zur Ostsee. Die Dame von der Zimmervermittlung war ausgesprochen freundlich und ich kann diese Vermittlung auch nur weiterempfehlen.

Da die PDS in Kühlungsborn mit 10,42 % gewählt wurde, hier noch ein Bild vom Arbeitsplatz der Stadträte. Ist doch ein schöner Arbeitsplatz oder nicht?

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Auf dem Weg von Kühlungsborn West nach Ost befindet sich der alte Ostsee-Grenzturm. Von hier aus wurde zur DDR-Zeit die See bezüglich Republikflüchtiger beobachtet. Dieser Turm kann auch besichtigt werden.

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Im Zuge der G8-Berichterstattung habe ich natürlich auch von der Schmalspurbahn “Molli” gehört. Neugierig, wie ich nun mal bin, wollte ich auch Bekanntschaft mit der alten Dame machen. Obwohl ich jetzt weiß, dass es DAS Molli heißt und nicht DIE. Vielleicht habe ich mich deshalb in dieses Teil verliebt ;) Jeden Tag habe ich ihr Flöten gehört und irgendwo sah man immer die kleine Dampfwolke. Einfach niedlich. Nicht zu verachten ist der Salonwagen. Die Bahn benötigt von Bad Doberan nach Kühlungsborn-West ca. 40 min. - von Heiligendamm nach Kühlungsborn-West etwa 15 min. Da muss man sich schon entscheiden, ob man genüsslich oder in Eile etwas trinken möchte. Es lohnt sich allemal. Aber Achtung: Der Sitzplatz im Salonwagen verpflichtet zum Verzehr! Auch wenn man als Begleitung jetzt nicht wirklich etwas trinken mag. Aber die Sache ist es wert!

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In Bad Doberan angekommen, wurde der Besuch des Doberaner Münsters angestrebt. Sehr zu empfehlen ist auch die Besichtigung des anliegenden kleinen Museums. Dort kann man etwas über die Geschichte des Münsters erfahren. Was mich jedoch besonders interessierte, war die Geschichte der Seebäder. Lustig, was die Menschen Damals so mit sich trugen….und wie viel! Eine kleine Reiseapotheke zeigte, was zur Heilung von Blessuren mitgenommen wurde. Da kommt heute keiner mehr drauf. Ebenso findet man dort eine Ausstellung über archäologische Ausgrabungen von Alltagsgütern der Steinzeit und des Mittelalters.

Für seetaugliche Urlauber bietet sich auch noch eine Schiffstour mit der MS Baltica an. So bekam ich die Möglichkeit eine Seefahrt in die kühlungsborner Partnerstadt Grömitz zu machen. So ging es 3 Std. hin, 2 Std. Aufenthalt und 3 Std. wieder zurück. Ich gebe zu, dass die Fahrt mit dem Schiff das Beste an der Tour war. Während der Fahrt bekommt man auch die Gelegenheit, zollfrei einzukaufen.

Ein besonderes Highlight in diesem Urlaub war mein Spaziergang von Kühlungsborn nach Heiligendamm. Die Sonne schien, der Himmel war megablau und die Temperaturen lagen bei etwa 20° C. Es konnte sich also kein besserer Tag für eine kleine 8-km-Tour anbieten. Der Weg war das Ziel. Zuerst gelangt man über einen Wanderweg zur Steilküste. Wer jetzt an die Cliffs of Moher in Irland denkt, sollte seine Ansprüche an dieser Stelle zurückschrauben. Alles was in Mecklenburg Vorpommern über 20m liegt ist ein Berg (so wurde mir erzählt). Die Steilküste ist etwa 6m hoch. Von der Steilküste aus hat man einen wunderbaren Blick auf´s Meer.

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Während der Wanderung entdeckt man eine wunderschöne Natur. Bezeichnend für die Gegend ist der Sanddorn. Dieser wird auch in allen Variationen feilgeboten. Sei es Marmelade, Schnaps, Likör, Tee, Saft, etc. Der Rest ist Geschmackssache. Nach etwa 6 km mündet der Wanderweg in einen Wald. Hier habe ich mein Lieblingsfoto des ganzen Urlaubes gemacht.

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Nach ein paar Hundert Metern gelangt man vom Wald an den Strand von Heiligendamm. Es ist einfach herrlich, dort zu verweilen und die Landschaft und das Meer zu genießen. Über eine Brücke geht es dann zur “Weltstadt” Heiligendamm. Den Berichten vom G8-Gipfel folgend ging ich schon von ein paar mehr Häusern aus. Aber mir bot sich ein Bild von einem Grandhotel auf dessen Gelände sich die Burg “Hohenzollern” befindet. Ein paar nicht restaurierte Villen prägen das Bild von Heiligendamm. Eine Kölner Immobiliengruppe kaufte 1996 den Stadtkern und die Einwohner warten nun darauf, dass die Villen aufgehübscht werden.

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Als ich mich entschloss, den Rückweg mit Molli zu teilen, hatte ich das Glück auf meinem Weg zum Bahnhof ein Filmset zu beobachten. Gerade wurde eine Szene im Hotel gedreht. Auf dem Balkon sollte ein Gerangel mit anschließendem Absturz gespielt werden. So kam ich noch in den Genuss, eine Stuntszene zu beobachten. Dieser Act war wirklich so, wie man es aus dem Fernsehen her kennt: Der Regisseur, welcher die Ansagen macht, die Schauspieler, die im Hintergrund warten, die Klappe uuuuuund Action! Und dann fiel der Arme Stuntman den Balkon runter. Zack und feddich war die Szene. Sowas erlebt man auch nicht alle Tage.

Was ich beim Verlassen der Strände immer kurios fand, war folgendes Schild:

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Ja nee is klar, ich dusche erst, bevor ich den Strand verlasse…….

Ebenso bemerkenswert fand ich folgenden Hinweis:

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Was kann denn der Tau dafür???

Darüber hinaus möchte ich auch den Irish Pub in Kühlungsborn erwähnen. Hier haben wir fußballtechnisch nichts verpasst und das Länderspiel Irland - Deutschland verfolgt. Über die Qualität des Spiels tröstete einer der 40 verschiedenen Whiskys hinweg. Hier haben ich nette Leute aus Rostock und Kühlungsborn kennengelernt. Man unterhielt sich über das bevorstehende Spiel Schalke-Rostock und fachsimpelte ein wenig. Wir wurden gebeten, aus Gelsenkirchen eine Postkarte zu schicken, die dann im Pub aufgehängt werden soll. Die Karte habe ich bereits gekauft. Mit der Arena drauf, versteht sich.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Bericht ein wenig das Interesse für dieses schöne Fleckchen Erde bei Euch wecken konnte. Es gibt viele Dinge zu erleben, die man mit Worten nicht beschreiben kann. Dazu gehört der Abendspaziergang am Strand oder der sternenklare Himmel oder der Duft es alten Hauses……

Fahrt einfach mal nach Kühlungsborn und seht selbst!

Fotos:

Villen
Strand
Molli
Heiligendamm
Natur

Ein Kommentar

  1. […] zahlreiche erfolglose Reformen des Bildungssystems, Agrarsystems, > Arbeitsrecht.. > > Das gehört hier leider einfach zur “Kultur” persönlich empfinde ich > es als undemokratisch eine […]


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Der Beitrag wurde am 19. Oktober 2007 um 16:49 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Leben - Reisen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.