Ab in die Ecke oder: Zumwinkel
Wer kennt es nicht noch aus der Schulzeit: Störenfriede mussten Damals in die Ecke und sich schämen. Und da gehört Herr Zumwinkel auch hin. Ob hier Nomen gleich Omen ist?
Die Financial Times schreibt, dass er alle Auszeichnungen und Ehrerbietungen erhalten hat, die ein Wirschaftsführender nur erhalten kann. Er hat alles erreicht, ist einer der bestbezahlten Topmanager und bekommt den Hals nicht voll.
Die SPD redet von den „neuen Asozialen“, vergisst aber, dass sie selbst dazu beigetragen hat, dieses Verhalten zu fördern. Während der Regierungszeit der SPD sind viele Steuergeschenke an Konzerne gemacht worden, die ich in meinem Artikel „Finanzierungsmöglichkeiten“ (bezüglich des bedingungslosen Grundeinkommens) bereits geschrieben habe:
Auszug:
Relativ beständig wird in unserem Steuersystem die Körperschaftsteuer gesenkt. 1999 betrug der Satz (vormals 45%) noch 40%, seit Januar 2001 liegt die KSt bei 25%.
Bei dem Argument, die Konzerne würden bei einer zu hohen Steuerbelastung ihren Firmensitz ins Ausland verlegen, gibt es Hinweise die zeigen, dass dies auch jetzt schon der Fall ist.
Zum Beispiel dürfen Konzerne genau die Kosten steuerlich absetzen, welche bei der Verlagerung von Fabriken und Arbeitsplätzen ins Ausland entstehen.
So neu und überraschend ist das Verhalten der Topmanager nicht. Daher verstehe ich die Empörung der SPD nicht, obwohl sie natürlich angebracht ist.
Wie unmoralisch Vorstände ihre Geschäfte führen können, habe ich bereits in meinem Bericht „Vorstandsgehälter und wo das Geld her kommt“ dargelegt.
Besonders ärgert mich dabei, dass eben auch in der Bild-Zeitung ständige Hetzkampagnen gegen Hartz IV-Empfänger gestartet werden. Der Tenor ist, sie sind Sozialschmarotzer und wollen nicht arbeiten. Die etwa 5% der „schwarzen Schafe“ bei den Hartz IV-Empfängern kann die Gesellschaft vertragen, nicht aber das Vermögen, welches am Staat vorbei ins Ausland geschafft wird. wobei ich auch bei den 5% keine Ausnutzung des Sozialsystems sehe, eher ein Resultat der Arbeitspolitik: Demotivation!
Hätte Herr Zumwinkel seine vermutlich hinterzogenen Millionen versteuert, wie viele Schulbücher hätten davon finanziert werden können? Wie viele Lehrer hätten dafür eingestellt werden können? Wie viele Kliniken hätten mit einer verbesserten Technologie für Diagnostik ausgestattet werden können? Bei dieser Auflistung erkennt man, welch ein egoistisches und eklatantes Verhalten jemand wie Herr Zumwinkel zu Tage bringt. Aber er ist nicht alleine. Uns überrascht es nicht, dass nunmehr gegen Hunderte prominente und Reiche in ähnlicher Angelegenheit ermittelt wird.
Und als ob UNICEF nicht schon genug Ärger hätte, auch hier wurde Geld veruntreut, sollte Herr Zumwinkel den Vorsitz übernehmen. Mir scheint, dass UNICEF kein gutes Händchen für ihre Führung hat.
Die Financial Times beschreibt in ihrem Artikel „Wie Reiche ihr Geld im Ausland verstecken” wie leicht es ihnen gemacht wird, Millionen am Staat vorbei zu schleusen. Und das Schlimme ist: Es wird ständig, stetig und auf jeden Fall (aus)genutzt.
Gerade das Stiftungsmodell bietet Steuerhinterziehern eine leichte Möglichkeit, ihr Geld „steuerfrei“ zu horten. So benötigt man nur einen verschwiegenen Treuhänder, der das Vermögen in seinem Namen in die Stiftung einbringt. Einziges Risiko für den „Steuerhinterzieher“ ist der Besitz von Dokumenten, die auf eine Verbindung zu dieser Stiftung hinweisen.
Wollen wir hoffen, dass Hartz-IV-Empfänger endlich aus dem Fokus der Meinungsmache, sie seien Schuld am Untergang des Sozialstaates, geraten und der Blick endlich dahin geführt wird, wo die Gesellschaft tatsächlich geschädigt wird:
Bei den Reichen, die den Hals nicht voll bekommen!!!!

