Rundgang durch den Rheinelbepark in Gelsenkirchen

Als Kind des Ruhrpotts ist es mir ein persönliches Bedürfnis, mehr über meine Region zu erfahren aber auch Euch daran teilhaben zu lassen. Das Ruhrgebiet bietet viel mehr als das Klischee von rauchenden Schloten, hoher Arbeitslosigkeit und grauem Alltag.

Für mich bedeutet das Ruhrgebiet Heimat, offenherzige Menschen, schöne Landschaften und Kultur. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung des Strukturwandels. Alte Zechen, Industrie, Metall und Schotter verwachsen zu einem einheitlichen Bild mit der Natur und Kunst.

Wer nicht im Ruhrgebiet wohnt, kann sich das vielleicht kaum vorstellen. Dabei möchte ich gerne behilflich sein und nach und nach meine Entdeckungstouren hier dokumentieren.

Meine neu erworbene Digitalkamera soll mich dabei begleiten.

Als erstes habe ich mir den Rheinelbepark in Gelsenkirchen Ückendorf ausgesucht. Zu erreichen ist er zu Fuß ab dem Hauptbahnhof Richtung Süden (etwa 5 Minuten Fußweg). Ist man mit der Straßenbahn unterwegs, steigt man an der Haltestelle „Wissenschaftspark“ (Linie 302) aus. Ansonsten können alle öffentlichen Verkehrsmittel genommen werden, die am Gelsenkirchener Hauptbahnhof halten.

Mit dem Auto hält man sich einfach Richtung Zubringer der A40 (Wissenschaftspark).

Wissenschaftspark:

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Im Rahmen der Internationalen Bauausstellung war auch der Wissenschaftspark ein Projekt welches auf dem ehemaligen Gelände der Gusstahl- und Eisenwerke AG umgesetzt wurde. Hier wurde früher mit Schweiß und Schmutz gearbeitet. Heute finden im Wissenschaftspark viele interessante Veranstaltungen statt. Firmen haben sich dort niedergelassen und sorgen für Arbeitsplätze, die mit denen von Damals nicht zu vergleichen sind.

Wenn man den Park am Gebäude durchquert, gelangt man geradewegs zum

Lichthof:

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Der Lichthof ist die alte Maschinenhalle der Zeche Rheinelbe. Das Steinkohlebergwerk „Rheinelbe“ schloss bereits im Jahre 1928. Seit 1996 gilt der Lichthof als Tagungsstätte.

Besonders empfehlen kann ich die Kneipe im Lichthof. Diese kann für private Veranstaltungen gemietet werden. Die Küche ist ausgesprochen exquisit und schmackhaft!

Direkt am Lichthof vorbei führt der Weg in den Wald vom Rheinelbepark. Nach Schließung des Steinkohlebergwerkes wurde das Gebiet nur noch für Baustoffe und Aufschüttungen genutzt. Im Rahmen des IBA (Internationale Bauausstellung Emscherpark) wurde das Projekt „Rheinelbepark“ mit aufgenommen. Im Zeichen des Strukturwandels im Ruhrgebiet wurde das alte Gelände der Zeche Rheinelbe in ein wunderschönes Naturgebiet umgewandelt. Der besondere Reiz besteht darin, dass die Industriekultur von der Natur vereinnahmt wird. Der Besucher wird richtig zum Entdecker bei dieser Tour und wundert sich über die Kompositionen von Industrie, Kultur und Natur. Prägend für das Waldgebiet ist der

Skulpturenwald

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In Mitten von Bäumen und Sträuchern entdeckt der Besucher Skulpturen, welche von dem Künstler Hermann Prigann erstellt wurden. Priganns Arbeitsschwerpunkt ist es sich mit der Umnutzung von alten Bauten unter ökologischen Aspekten zu befassen. Da ist er im Ruhrgebiet genau richtig! Eines seiner bekanntesten Kunstwerke ist die Himmelsleiter welche die Halde im Park krönt.

Prigann ist bis heute mit der Gestaltung der Kunst im Rheinelbepark aktiv und wir dürfen uns immer wieder auf neue Skulpturen freuen. Eines der neuesten Werke ist die große Windwaage.

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Diese Windwaage befindet sich gleich am Aufstieg zur

Halde Rheinelbe
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Begibt man sich auf den spiralförmigen Weg der Halde, gibt es auch hier einiges zu entdecken. Auffällig sind die Tafeln, welche Sprüche über die Arbeit in der Region aufweisen.

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Die Halde gilt bis heute noch als einer der letzten „brennenden Halden“. Durch den großen Druck brennen noch immer Kohlereste im Inneren. Entsprechende Ablagerungen kann man am Wegesrand erkennen.
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Der Weg bis zur Himmelsleiter ist bequem und leicht zu erreichen. Der Aufstieg lohnt sich sehr, da bei schönem Wetter die Aussicht sehr viel versprechend ist und das Ruhrgebiet von seiner besten Seite zeigt.

Hier ein kleiner Rundblick

Das Lohrheidestadion in dem der Fußballverein Wattenscheid 09 zu Hause ist.

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Ein Blick auf Bochum. Im Hintergrund kann man den Förderturm des Bergbaumuseums sehen. Ebenso sind die Flutlichter des Ruhrstadions zu erkennen, in dem der Vfl Bochum seine Heimspiele absolviert.

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Hier ist die Skyline der Essener Innenstadt zu sehen. Dort sind Evonik und RWE angesiedelt. Weiter rechts erkennt man das Rathaus der Stadt Essen.

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Dreht man sich weiter in die rechte Richtung, sind die Türme der Kokerei Zollverein zu erkennen. Das Weltkulturerbe Zeche Zollverein hat für das Ruhrgebiet mittlerweile einen Symbolcharakter.

Ganz rechts im Bild ist der Turm eines Aluminiumwerkes in Essen-Bergeborbeck zu sehen. Ganz im Hintergrund erkennt man den Gasometer von Oberhausen.

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Bei klarer Sicht ist von der Halde auch das Tetraeder in Bottrop zu sehen. Leider ist das auf meinen Bildern nicht zu erkennen. Da müsst Ihr Euch schon selbst auf den Weg machen, um diesen Ausblick zu genießen.

Nun wenden wir von der Halde aus auch unseren Blick auf meine Heimatstadt Gelsenkirchen. Zunächst kann man einen Blick auf Ückendorf bekommen. Unten links ist die Heilig-Kreuz-Kirche zu sehen, welche im Stil des Backstein-Expressionismus errichtet wurde. Leider ist diese Kirche der Kostensenkung des Bistums zum Opfer gefallen.

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Last but not least noch ein Blick über Gelsenkirchen. Zu sehen ist hier das gelbe Hamburg-Mannheimer-Haus. Links am Rand erkennt man das Maritim-Hotel und im Hintergrund die Halde in Scholven. Aber das Heiligtum von Gelsenkirchen wollen wir auch nicht verschweigen: Rechts das Gebäude mit dem „weißen Häuptchen“ ist die Veltinsarena auf Schalke welche mein Lieblingsverein Schalke 04 seine Heimat nennen darf.
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Nun haben wir von der Halde aus gleich 3 Stadien von Ruhrgebiets-Fußballmannschaften gesehen. Es gibt noch viel mehr zu entdecken, was ich hier nicht erwähnt habe.

Tritt man den Rückweg an muss das nicht heißen, dass es nichts mehr zu sehen gibt. Auf dem Weg zurück kam ich an einem Tümpel vorbei an dem ein paar Jungs spielten. Wir unterhielten uns über Kaulquappen, Wasserläufer und über einen Dieb, der wenige Minuten zuvor einen Fisch aus dem Teich gestohlen hat. Nach TKKG-Manier setzen sich die Jungs mit dem Förster in Verbindung, den ich auch in Windeseile auf dem Fahrrad davonflitzen sah. In der Zwischenzeit zeigten mir die Jungs einen Bienenstock und einen Ameisenhaufen, in dem es nur so wimmelte. So was habe ich wirklich noch nie gesehen.

Diese Tour dauerte ungefähr 3 Stunden und ich habe den Eindruck, noch nicht alles gesehen zu haben. Abschließend bleibt zu sagen, dass ich gelernt habe, wie ein Grünspecht klingt, der in diesem Wald zu Hause ist. Beeindruckt bin ich von der Verbindung zwischen Kunst, Industrie und Natur. In allen Bereichen gibt es bei dieser Tour etwas zu entdecken. Und das mitten in Gelsenkirchen!

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Nachtrag: In der WAZ steht ein schöner Bericht über den Rhein-Elbe-Park.


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Der Beitrag wurde am 3. Mai 2008 um 12:10 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Leben - Reisen, Gelsenkirchen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.