Toskana: 1. und 2. Tag (von 8): Feldkirch (A), Montecatini bei Nacht (I)

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1. Tag: Abfahrt in Herne – Feldkirch (Tirol/Österreich)

Lange habe ich hin- und her überlegt, wohin meine Reise im Sommer 2008 gehen soll. Freunde sind mit ihren Partnern unterwegs oder bereits schon zu einem anderen Zeitpunkt in den Urlaub gefahren. Da ich in diesem Jahr ziemlich unflexibel in meiner Urlaubsplanung bin, war für mich Folgendes wichtig:

  • Nicht ganz alleine, damit mich wenigstens jemand vermisst, falls mir was passiert
  • Kultur
  • Nicht ständig von einem Hotel zum anderen rasen

Nach der Analyse o.g. Kriterien fiel mir die Reise von dem Busunternehmen Anton Graf aus Herne in die Hände. Diese sollte so aussehen:

1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich)
2.Tag: Ankunft in Montecatini
3.Tag: Volterra, Siena
4.Tag: Elba

5.Tag: Florenz
6.Tag: freie Verfügung
7.Tag: über Pisa (I) nach Matrei am Brenner (A)
8.Tag: Rückfahrt nach Herne

Unser Hotel sollte in Montecatini Therme in der Toskana sein. Ich wusste nicht, was mich alles erwarten würde, war also offen für neue Eindrücke und gespannt auf die Dinge, die da kommen werden.

Eigentlich fiel es mir überhaupt nicht schwer, diese Reise alleine anzutreten. So habe ich doch gerne meine Ruhe und kann auch eine Menge Zeit nur mit mir verbringen. Sollten sich Bekanntschaften ergeben, sollte es mir recht sein. Sollten sich keine Bekanntschaften ergeben…auch nicht schlimm.

Am Musiktheater in Gelsenkirchen wurde ich dann vom Bustransfer nach Herne gebracht, checkte meinen Koffer in den für die Toskana vorgesehenen Bus und meldete mich vorne beim Einstig an, dass ich da bin.

Susi, die uns während der ganzen Tour begleiten würde, hakte meine Position auf ihrer Liste ab und wies mir den Platz 13 im Bus zu. Ich scherzte noch über die (Un-)Glückszahl und meinte, es könnte auch meine Glückszahl sein und dann passierte es auch gleich:

Während ich mich an diesem ollen Bügel (auch Armlehne genannt) vorbeiwurschteln wollte, blieb ich mit dem Gesäß hängen und es gab ein zum Herzstillstand zwingenden Ritschlaut. Oh nein! Das darf nicht wahr sein……die Hose war gerissen! Abgesehen davon, dass es meine Lieblingshose ist, war es doch auch gerade die Stelle um die Gesäßtasche herum. Nicht um sonst hatte ich mein T-Shirt „Drama-Baby“ an.

Mir war durchaus bewusst, dass wir auf dieser Fahrt so einige Stopps einlegen müssten. Mir war überhaupt nicht danach, immer aufstehen zu müssen. Nun ja, ich hatte zum Glück meine in London erworbene Kapuzenjacke dabei, die ich mir um die Taille knoten konnte.

Wenige Minuten nach der „Ich-zerreiß-mir-die-Hose“-Kür musste ich aber auch schon wieder über mich lachen. Ist doch klar, dass dies wieder ausgerechnet MIR passieren muss. Hier griff das Schicksal zum ersten mal in diesen Urlaub ein.

In freudiger Erwartung, dass der Platz neben mir frei bleiben könnte, machte ich es mir dann doch etwas gemütlich. Ich holte mein Schnuffelkissen raus, um die ersten Kilometer erst mal schlafausgleichend tätig werden zu können. So schlummert ich schon mal ein wenig als ich bemerkte, dass sich neben mir was tat. Eine junge Frau weigerte sich beharrlich, sich neben mich zu setzen. Ich öffnete nur mal eben ein Auge um zu sehen, wer sich denn da so störrisch anstellen möge. „Och“, dachte ich „das kann ja noch eine lustige Fahrt werden.“ In Anbetracht dessen, dass diese Gruppe aus drei Personen bestand, gab es wohl keine andere Möglichkeit, als dass sich jemand neben mich setzen möge. Das war aber nicht mein Problem. Nina musste dann in den sauren Apfel beißen.

Keiner von uns wusste zu diesem Zeitpunkt, dass sich zwischen Nina und mir während des Urlaubs eine ganz besondere Freundschaft entwickeln würde.

So schlief ich erst mal bis zur ersten Pause. In Aschaffenburg lernte ich dieses komische Sanifair-System kennen. Man wirft 50 ct. in einen Automaten, ein Drehkreuz bewegt sich und man muss ein Ticket entnehmen. Das alles um sich nur mal eben zu entleeren. Wieso ein Ticket? Kann ich doch eh nicht von der Steuer absetzen. Später sollte mir erzählt werden, dass ich diese 50 ct. bei den Gewerben der Raststätten bundesweit einlösen könnte. Bis dahin sollte ich aber schon einige Tickets weggeworfen haben. Naja, Nichtautofahrerin, die ich nun mal bin!

Die Sonne kam allmählich raus, ich setzte mich auf eine Bank und mümmelte an meiner Kniffte, die ich tags zuvor geschmiert hatte. Ein Schluck Wasser dazu und das Frühstück war perfekt!

Weiter ging es dann und Nina und ich tauten langsam auf. Ich – ausgeschlafen – Nina – hat sich ihrem Schicksal gefügt. So laberten und laberten und….naja, laberten wir halt. 12 Std. hatten wir ja dafür Zeit. Och so unsympathisch, wie ich zunächst dachte, ist sie ja gar nicht.

Gegen 19 Uhr kamen wir in Feldkirch an. Die letzten Urlaube hatte ich auf Rhodos oder Kreta verbracht. In den Bergen war ich schon viele Jahre nicht mehr. Es regnete in strömen aber die Laune sollte mir das nicht verderben. Wir wurden in einem Holiday-Inn-Hotel untergebracht. Obwohl ich ein Einzelzimmer gebucht hatte, bekam ich ein Doppelzimmer. Nicht schlecht!

Während ich mich im Badezimmer allmählich ausbreitete, ging plötzlich der Fernseher an. „Nanu“, dachte ich, „gibt es hier Gespenster?“. Leicht angegruselt guckte ich um die Ecke und sah auf dem Bildschirm meinen Namen und eine nette Begrüßung des Hotels. Das fand ich ja nett! Komischerweise hatten die anderen MitfahrerInnen, die ich gefragt hatte, jedoch nicht so ein Erlebnis. Da gruselte ich mich dann doch noch mal…..

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Es gab ein Abendbuffet welches ausgezeichnet schmeckte und der Service war wirklich klasse. Also das Hotel ist sehr empfehlenswert.

Nach dem Essen hatte ich mir vorgenommen, den Ort zu erkunden. Viele hatten schon den Kaffee auf, weil es so regnete. Ich dachte nur an den Spruch vom schlechten Wetter und der schlechten Kleidung. Bewaffnet mit einem Regenschirm stiefelte ich los und schaute mit die schöne Altstadt in Feldkirch an

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Es war wirklich sehr hübsch, was mir dort geboten wurde. Das konnte auch kein Regen schlecht machen. Der Höhepunkt dieses Tages war aber noch nicht gekommen. Wenn meine Nase besonders kribbelt, muss ein Irish-Pub in der Nähe sein. Die Nase kribbelte…..und wie! Schnell war er auch gefunden, der Irisch-Pub namens „Shamrock“ (Kleeblatt).

Mir wurde es draußen allmählich auch zu nass und was sollte ich schon um 21 Uhr auf dem Zimmer. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Atmosphäre in Irish-Pubs immer locker, freundlich und entspannend ist. Dort gehen nur freundliche Menschen hin. Also fühlte ich mich in diesem Pub sofort aufgehoben.

Der arme Keeper musste gleich mein gelabere ertragen. Kaum jemand war an diesem Sonntagabend im Pub (zu diesem Zeitpunkt). Ich kam sofort mit ihm ins Gespräch. Bis heute weiß ich nicht mal, wie er heißt. Aber ich finde es bezeichnend, dass ein Türke in Österreich einen Irish-Pub besitzt. Das ist Multikulti, wie ich es mag!

Wir redeten über das derzeitig stattfindende Bundesligaspiel (endlich wieder Fußball und wenn auch in Österreich!), über die EM, die in der Schweiz und Österreich stattfand und noch über vieles mehr. Ich fühlte mich sofort wohl und gar nicht fremd. Wer mal in Feldkirch ist, sollte unbedingt diesen Irish-Pub (Shamrock) aufsuchen. Er ist leicht zu finden, da Feldkirch auch recht klein ist. Notfalls kann man auch nachfragen.

Während ich mich mit dem Besitzer so nett unterhielt, füllte sich der Pub ein wenig. Auch der Platz neben mir an der Theke war bereits besetzt. Natürlich, und es ließ sich nicht vermeiden, musste auch mein Thekennachbar meinem Gelabere folge leisten.

Dies war aber auch eins der Höhepunkte meines Urlaubes. Zwar begann dieser gerade aber was in diesem Irish-Pub passierte war schon sehr bemerkenswert. Dieser Thekennachbar hieß Thomas und kam gebürtig aus Gelsenkirchen. Na, ist die Welt nicht klein?! Während er bestellte hörte ich schon an der Sprache, dass er nicht von „hier“ sein konnte.

Thomas und ich unterhielten uns über so viel in kurzer Zeit. Über Solaranlagen, da ich ja so stolz bin, dass Gelsenkirchen eine Solarstatt ist und über…..ach was weiß ich….ihr müsst ja nicht alles wissen! Der Besitzer war noch so lieb und spendierte mir ein weiteres Guinness und wir unterhielten uns alle drei noch sehr, sehr nett!

Das kuriose ist: Das Schicksal schlug zum zweiten mal zu: Zwei Gelsenkirchener treffen sich in einem Irish Pub in Feldkirch, 800 km entfernt.

Thomas zeigte mir die Schattenburg, welche ich wahrscheinlich ohne ihn in den 12 Stunden, die wir nur in Feldkirch Aufenthalt hatten, nie wahrgenommen hätte. Sie ist direkt gegenüber des Hotels auf einem Berganstieg. Von dort aus kann man über den Ort schauen und es war auch bei Nacht ein schöner Ausblick!

Wir gingen in den Hof der Schattenburg und schätzten, wie alt sie denn sein mochte.

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Thomas tippte auf das 17. Jahrhundert, ich musste ja wieder klugsch….und meinte, dass sie viel älter sein musste. Mein Tipp lag bei etwa 12-Hundertpiependeckel. Wir hatten beide Unrecht. Auf Nachfragen wurden wir gewahr, dass die Schattenbug von 800 sei. Nun ja, jetzt schau ich während ich diesen Text schreibe mal bei „Wikipedia“ nach und stelle fest, dass diese Burg in der Tat um 1200 gebaut wurde. Da war der Angestellte, der uns informierte, aber nicht up to date. Sorry Thomas…..gewonnen;-)

Aber die Angestellten in der Burg waren wirklich sehr nett. So hatten sie bereits seit 21 Uhr geschlossen aber ließen uns 2 Std. später noch ein mal einen Blick in die Räumlichkeiten werfen.

Danke Thomas, für den schönen Abend!

Merkwürdig ist noch, dass er über zwei Länder nach Hause fahren musste. Nämlich von Österreich über Liechtenstein zur Schweiz. Da lob ich mir das Ruhrgebiet, dort gibt es während der Distanz von Duisburg nach Gelsenkirchen keine Grenzkontrollen. Denn so weit war sein Weg nach Hause.

Ein schöner erster Tag ging zu Ende!

2. Tag: Feldkirch (A) – Montecatini (I)

Der Tag begann damit, dass ich mit aller Tollpatschigkeit die Dusche aus und den Wasserhahn anbekommen habe. Vollgeseift wie ich war, bekam ich die dusselige Dusche nicht mehr an. Muss denn der Morgen wieder mit einem Drama beginnen?! Ich hätte mir mein „Drama-Baby“-Shirt für 7 Tage in der Woche kaufen sollen. Mit aerobicartigen Verrenkungen bekam ich die Seife dann doch noch ab.

Nach dem (früh-)Aufstehen wurde ich mit einem reichhaltigem Frühstücksbuffet entlohnt. Im Gegensatz zum Abendessen, bei dem ich mich einfach an einem Tisch dazugesetzt habe, saß ich beim Frühstück alleine. Das war auch ganz gut so. Denn auf angestrengte Kennlerngespräche hatte ich um diese Uhrzeit echt keine Lust…..schon gar nicht nach dieser Duschaktion! Ich bin zwar kein Morgenmuffel aber schon am frühen Morgen mit allem Anstand höflich sein zu müssen, ist nun doch zu viel des Guten.

Der Tag begann mit einem wesentlich freundlicherem Wetter. Wir sahen ein paar Berggipfel und hier und da schon mal ein blaues Loch am Himmel. Nina konnte mir ja nun nicht entfliehen, da sie Platz 14 innehatte. So musste sie meinen Redeschwall an diesem Tag (und allen weiteren) ertragen.

Auch wenn es mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht so klar war, aber ich hatte sie auch da schon ganz gerne.

Ruuuuuudi unser Busfahrer führte uns an diesen zweiten Tag durch die Via-Mala-Schlucht. Wer hat diesen Film mit Mario Adorf nicht gesehen?!

Wir hatten dort nur einen kurzen Stopp aber der war sehr beeindruckend. Wer noch nicht da war und die Möglichkeit hat, sollte dringend in der Via-Mala-Schlucht vorbeischauen.

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Susi und Rudi waren unser Grafs-Reisen-Team und haben uns in der ganzen Woche hervorragend betreut. So versorgte Susi uns mit Kaffee, damit wir auch so einigermaßen wach blieben. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch noch mal an Susi!!!!!!

Bisher hatte ich ja nur die Erfahrung gemacht von Düsseldorf in den Süden zu fliegen. Man steigt aus dem Flieger und ist in einer anderen Welt. Bei einer Busfahrt ist das ganz anders. Peu à peu haben wir den Klimawechsel miterlebt. Von Stopp zu Stopp (und Ruuuuuudie hielt ihn immer sehr genau und verantwortungsbewusst ein), wurde es wärmer und sonniger. Ich gebe zu, dass es doch ein Erlebnis ist, auf den Straßen in eine andere Welt zu fahren. Gerade in der Schweiz bot sich uns ein Bild von hohen, felsigen Bergen von denen mal reißende, mal leicht fließende Wasserfälle unser Erstaunen weckten.

Besonders die Familie aus Bocholt, welche hinter mit saß staunte mit so einer verbalen Freude, dass sie mir sofort sehr sympathisch waren. So hatte ich den Mann bereits an der Via-Mala-Schlucht als einen sehr offenen, ehrlichen und direkten Menschen kennen gelernt. Dieser Eindruck über die Familie hält sich auch bis nach dem Urlaub!

Wir fuhren am Comer See vorbei und Nina und ich hielten nach George Clooney Ausschau, der dort wohnen soll. Eigentlich stehe ich ja nicht auf die Männer, die alle mögen aber Georgy ist wenigstens ein Mann mit Satements und das gefällt mir!!!!

Wir sahen ihn leider nicht aber dafür eine schöne Gegend.

An irgendeiner Raststätte in Italien gab es ein kleines Picknick. So hat Grafs Reisen in Person von Ruuuuudi und Susi für unser leibliches Wohl gesorgt. Bei gefühlten 30°C im Schatten gab es eine deftige Erbsensuppe mit allem was da rein gehört. Abgesehen von den Temperaturen war dieser Eintopf sensationell gut! Und er machte satt. Ich befürchtete nur ein Lüftungsdesaster im Bus von allen Beteiligten. Das blieb aber zum Glück aus!

Mir war es zu Beginn der Fahrt überhaupt nicht bewusst, dass wir von Feldkirch aus noch etwa 500 km bis zur Toskana fahren mussten.

Demnach waren wir erst am späten Nachmittag in Montecatini Terme. Jo, es sah ganz gut aus, wo Ruuuudi uns rausgelassen hat. Das Hotel hieß Biondi. Ein 4-Sterne-Hotel nach Italienmaßstäben.

Als wir ankamen und unsere Schlüssel erhielten, stellte ich mich an der Schlange der beiden zur Verfügung stehenden Aufzügen an. Mir sollte es aber verwehrt bleiben, Aufzug zu fahren, da ein behender Italiener aus dem Servicebereich meinte, er würde mir den Koffer schon auf´s Zimmer bringen. So durfte ich als einzige in der ganzen Gruppe in den Genuss des Kofferservices kommen. Ich ging schon mal in das Zimmer und hoffte, meinen Koffer irgendwann wieder zu sehen. Der quirlige Italiener kam aber auch sofort um die Ecke und sauste in mein Zimmer. Er erklärte mir mit einer Hingabe der technischen Leidenschaft die Bedienung der Klimaanlage. Bereits hier machte ich die Erfahrung, dass ich mit meinen Englischkenntnissen und natürlich dem Deutschen nicht weit kommen würde. Aber mit Händen und Füßen verstanden wir uns.

Allmählich richtete ich mich in dem Zimmer ein, welches in den nächsten Tagen mein zu Hause werden würde. Nun, es war ganz niedlich. Auch hier war das Bett größer, als ich es in einem Einzelzimmer vermutet hätte. Nur hatte ich keinen Balkon und das Fenster war direkt auf die Mauer des Nachbarhotels gerichtet. Aber egal! Wofür sollte ich mich auf dem Zimmer aufhalten? Da trifft man doch niemanden. Raus aus dem Haus und das Leben genießen! Ins Zimmer kann man gehen, wenn man müde ist!

So sputete ich dann zum Abendessen. Wo ist denn der Salat? Aha, wir essen à la carte. Nun ja: Schnitzel mit Bratkartoffeln. Ein typisch italienisches Gericht. So hab ich es „erwartet“…..Jetzt kam die Getränkebestellung. Huiui, auch hier kam man mit dem Englischen nicht weiter. Spätestens jetzt wurde es Zeit meinen „Italienreiseführer“ von Langenscheidt raus zu kramen. Nun noch ein wenig von dem Lateinischen und Französischen dazu, wofür hat man die Sprachen denn mal gelernt, und ich konnte wenigstens mal relativ spontan ein aqua minerale sensa gas bestellen. So, schon mal nicht verdurstet. Aber der Situation angepasst, blätterte ich schon mal in meinem Sprachführer. So bin ich ja doch immer neugierig, ob auch immer das passiert, was ich in einer fremden Sprache anspreche. Es sollte sich im Laufe des Urlaubes herausstellen, dass es mir möglich ist einen gastronomischen Besuch von der Bestellung bis zur Rechnung in Italienisch abzuhalten (mehr schlecht als recht aber es klappte).

Das Schnitzel mit Bratkartoffeln ohne Salat schmeckte aber ganz lecker. Nur hatte ich mir doch mehr italienisches Essen im Hotel gewünscht. Naja, vielleicht kommt es ja noch. Die Truppe an dem Tisch, an dem ich saß, entpuppte sich aber doch als eine lustige Gesellschaft. So fühlte ich mich am zweiten Abend nicht mehr ganz so isoliert.

Nina und ich haben abgemacht, Montecatini Terme mal am Abend zu besichtigen. Es ist ein gemütliches aber vom Tourismus geprägtes Örtchen. Dennoch ist es sehr entspannend, abends durch die Gassen zu gehen, den lauen Abendwind zu genießen und die ganze Atmosphäre aufzusaugen. Nina und ich suchten uns ein nettes Café und wir warteten bestimmt 20 Minuten, bis dass wir was bestellen konnten. Auch egal, wir hatten ja Urlaub. Die Hektik kommt noch schnell genug. Als wir dann endlich bestellen konnten, testete ich mein Italienisch, welches ich gerade zu diesem Zwecke in meine Wörterbuch nachgelesen hatte: Un bicchiere di vino rosso per favore. (Ein Glas Rotwein bitte) Als der Ober auch das Gewünschte brachte dachte ich:“Nun gut, verdursten werde ich hier schon nicht“.

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(Karussell in Montecatini)

Nina und ich lernten uns an diesem Abend noch ein Stückchen besser kennen und ich mochte sie immer mehr. Das mochte auch daran liegen, dass sie mich mit allen Eigenschaften akzeptiert. Und wenn ich zu viel redete, sagte sie es mir auch. So Menschen findet man selten: Ehrlich, direkt und dennoch sehr herzlich!

Nun habe ich noch nicht erwähnt, dass ich Elisabeth an der Rezeption gefragt hatte, ob es eine Möglichkeit gäbe, meine gerissene Hose nähen zu lassen. Sie hat sich alle Mühe gegeben, jemanden zeitnah zu erreichen. Als ich aus Montecatini-Zentrum ins Hotel kam, hing ein Zettel an der Tür, dass ich meine Hose an der Rezeption abgeben solle. Sie würde dann im Laufe des Tages genäht werden.

Ein wunderschöner zweiter Tag ging zu Ende!

Eine entsprechende Fotogalerie werde ich noch erstellen. Leider ging mein Fotoapparat kaputt und ich muss meine Einwegkamera-Bilder bei dm entwickeln lassen. Ein paar Fotos konnte ich aber noch retten.

10 Kommentare

  1. …und jetzt zurück und 33 Grad in GE ;-)

  2. Bin halt jetzt im Training ;-)

  3. […] 1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich) 2.Tag: Ankunft in Montecatini 3. Tag: Volterra und Siena […]

  4. Hey der Reisebericht is einfach bombe=) echt klasse geschreiben muss man sagen

  5. Vielen herzlichen Dank! Man da hast Du aber schnell reagiert ;-)

    Jetzt formatiere ich gerade mal die Fotos von Florenz und Pisa. Die Handarbeit dauert immer am Längsten.

  6. Der Bericht ist echt klasse. Konnte mir an manchen Stellen ein Lächeln nicht verkneifen.

    am 03. 08. 2008 um 16:08 Uhr von Melanie
  7. Ja das kann ich mir vorstellen=)

  8. muß hier jetzt auch mal einen kommentar schreiben.
    finde deine (reise)-berichte auch echt klasse. vorallem wie unterschiedlich ma so urlaube erleben kann.

    und hallo an leslie, falls du nochmal hier vorbeischaust :)

  9. hallo liebe sandra,

    bin sehr beeiendruckt von ihrem wunderbaren tatsachen bericht,einfach köstlich!!!! warte schon ungeduldig auf den nächsten leckerbissen !!!!!
    >>>>>>>>>>>>

    viele leibe grüße ihre heilichen vererrer famielie reichelt aus bocholt!!!

    bis bald

    am 07. 08. 2008 um 14:43 Uhr von carmen reichelt
  10. Hallo Carmen,

    so langsam werde ich alle Namen der Familie gewahr ;-) Vielen Dank für´s Lob. Tja, jetzt wo ich wieder arbeiten muss, geht mir das Schreiben im Moment nicht so locker von der Hand. Aber die Fortsetzung kommt.

    Liebe Grüße nach Bocholt
    Sandra


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Der Beitrag wurde am 29. Juli 2008 um 18:15 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Leben - Reisen gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.