Küppersbusch muss überleben
27. Dezember 2008 um 15:47 UhrNun erwischt es Gelsenkirchen erneut. Dem Traditionsunternehmen Küppersbusch droht der Stellenabbau.
Das 1875 gegründete Familienunternehmen spezialisierte sich über die Jahre hinweg in drei Sparten: Industriewärme, Küchentechnik und Großküchenbereich. Viele Gelsenkirchener haben Familienmitglieder, die in den vergangenen Jahrzehnten dort eine Beschäftigung gefunden haben.
Dazu gehöre auch ich. Nachdem mein Opa bei Küppersbusch Mitte des letzten Jahrhunderts arbeitete, konnte auch mein Vater auf eine Beschäftigungszeit von 1972 bis 2006 zurückblicken.
Das Unternehmen Küppersbusch hat unsere Familie ernährt, unser Leben geprägt und es wurden auch über den Tod meines Vaters hinweg langfristige Freundschaften geschlossen.
Es gab Phasen, in denen wir als Familie um den Arbeitsplatz meines Vaters gebangt haben. Mal wurde die Industriewärme von Vaillant übernommen, auch AEG spielte eine große Rolle bei Küppersbusch. Einen Umzug in die Emscherstraße habe ich noch in Erinnerung, ebenso wie ein Sommerfest am Schürenkamp 1992.
Diese ganzen Erinnerungen werden nun getrübt durch die traurige Meldung, dass bei Küppersbusch Stellen abgebaut werden sollen. Vor wenigen Wochen wurde in Der Westen berichtet, dass die Verhandlungen über einen „Zukunftstarifvertrag“ zwischen Betriebsrat und Unternehmer für gescheitert erklärt worden sind. Der einstmals von etwa 2.000 Mitarbeitern betriebene Küchenhersteller wurde im Laufe der Jahre auf eine Belegschaft von etwa 340 reduziert. Diese Reduktion habe ich über Jahre hinweg leider mitverfolgt und war froh, dass unsere Familie bisher nicht davon betroffen war.



