Consol 4: Wird das Proberaumzentrum wärmer?

In meinem Bericht „Das Proberaumzentrum wurde kaltgestellt“ erwähnte ich, dass den  Veranstaltunsplänen für 2009 ein Riegel vorgeschoben wurde.

Nun erreichte mich eine Mail aus dem Referat Kultur und es wäre nicht mein Stil, nicht fair und entspräche auch nicht der Intention meines Blogs, wenn ich nicht auf die Fakten eingehen würde.

In meinem o.g. Bericht versuchte ich klar zustellen, dass das Proberaumzentrum in der bereits existierenden Form nicht für Veranstaltungen im größeren Rahmen gedacht ist. Ziel sollte sein darauf hinzuarbeiten, das Consol 4 veranstaltungstauglich zu machen.

Wenn dies nicht eindeutig in meinem Text klar wurde, wie ich es aus der Mail vom Referat Kultur entnehmen konnte, möchte ich es hier nochmals ausdrücklich erwähnen.

Auf einige konkrete Fakten möchte ich gerne näher eingehen:

1. Gemäß der Mail von Herrn Bandelow funktioniert das Proberaumzentrum wie konzipiert. Bands können sich in der Rocklobby gegenseitig etwas vorspielen und dazu Freunde einladen. Folglich bleibt alles so wie bisher.

Demnach richtet sich meine Frage an die IKM, wieso alle Veranstaltungen auf Eis gelegt wurden? Sollten die Veranstaltungen über das Konzept hinaus gehen, müsste bekannt gewesen sein, dass die rechtlichen Bestimmungen mit der Forderung nicht übereinstimmen.

2. Kommen wir zu dem Punkt der Anträge über Nutzungsänderungen. Anscheinend lagen diese Änderungsanträge dem Referat Kultur vor. Denn so wurde ein externer Sachverständiger beauftragt,  den Entfluchtungs- und Brandschutzplan zu prüfen. Dieser Plan sei gemäß Herrn Bandelow an die Leute von Consol 4 weitergeleitet worden.

Die Anträge wurden folglich bearbeitet,. Die Umsetzung, aus dem Proberaumzentrum einen Veranstaltungsort zu machen, lässt sich jedoch nicht binnen eines Jahres umsetzen. Soweit so gut und nachvollziehbar. Hier kann ich beide Positionen verstehen.

3. Fälschlicherweise habe ich in meinem vorangegangenen Bericht geschrieben, dass durch das Bauordnungsamt Mängel festgestellt wurden. Herr Bandelow klärte mich dahingehend auf, dass es sich nicht um Mängel handeln würde. Die Feststellungen beliefen sich auf die Nichterfüllung der Auflagen, welche ein Veranstaltungsort tragen müsse. Um diese Auflagen erfüllen zu können, müsse man sich Gedanken über die Finanzierung und über den Arbeitsaufwand machen.

Wenn ich also die Mail vom Referat Kultur richtig verstehe, steht weiteren Auftritten von Consolbands, welche für Freunde spielen, nichts im Wege. Demnach sollten doch auch in Kürze wieder Veranstaltungen stattfinden können. Im kleinen Rahmen versteht sich.

Mein Bestreben in der Angelegenheit Consol 4 ist nicht zu polarisieren und irgendjemandem einen schwarzen Peter zuzuschieben. Mein Anliegen besteht hauptsächlich darin, Klarheit zu bekommen und eben auch die Öffentlichkeit daran teilhaben zu lassen. Ich stelle laut Fragen und suche, sofern es mein Engagement hergibt, Lösungen.

Einige Fragen bleiben dennoch offen: Wie geht es denn nun mit dem Consol 4 weiter? Ist der Veranstaltungsstopp hinfällig, wenn die Rahmenbedingungen eingehalten werden?

Dennoch hoffe ich, dass schnellstmöglich Umsetzungen erfolgen können, um den Gelsenkirchener Bands zentral eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten. Turnusmäßige Auftritte werden Besucher an das Consol 4 binden.

Ich danke Herr Bandelow für seine ausführlichen Informationen. Ich weiß, dass ihm, genauso wie mir, etwas an Consol 4 liegt und ich hoffe, dass wir in Gelsenkirchen eine Möglichkeit finden, dieses Kulturzentrum an die Bedürfnisse der BürgerInnen anzupassen.

Pikant ist jedoch eine Mail, die ich heute aus dem Referat Bauordnung und Bauverwaltung erhalten habe:

“ich möchte Sie gerne informieren, dass ein baurechtlicher Antrag auf Nutzungsänderung im Gegensatz zu der Darstellung in der WAZ und in Ihrem Blog nicht gestellt wurde.
Daher konnte auch keine “schriftliche Reaktion” erfolgen.
In mehreren Besprechungen wurden bereits Lösungswege erörtert.”

Dieser nicht gestellte Antrag wurde wie oben erwähnt von einem Sachverständigen bearbeitet.

Dass ich hier was missverstehe ist dann auch kein Wunder mehr…….

10 Kommentare

  1. Soweit ich es bisher begriffen habe, hätte es diesen ganzen Wirbel nicht gegeben, wenn sich die Beteiligten differenziert ausgetauscht hätten. Offensichtlich hast Du selbst die Kommunikationstechnik noch nicht ganz verstanden, denn sonst hättest Du Dich intern zunächst sowohl mit Kultur- als auch mit dem Baureferat besprochen, bevor Du hier weiter zündelst.

    Was Du da berichtest, könnte vielleicht, muß aber nicht zwingend ein Widerspruch sein.

    Das Referat Kultur erhält einen Antrag, der von einem externen Sachverständigen geprüft wird. Externer Sachverständiger bedeutet, es war niemand innerhalb irgendeiner Behörde am Werk. In diesem Zusammenhang kann das Kulturreferat zusätzlich das Bauamt einschalten und um eine Einschätzung bitten. Eine Anfrage o.ä. ist aber kein “baurechtlicher Antrag auf Nutzungsänderung”. Da hätte das Kulturamt mit dem Wissen der Expertise des externen Sachverständigen sicherlich abgeraten, zumindest bis auf weiteres. So doof sind die nämlich nicht.

    Was die Aktiven mit ihren Unterstützern im Probenzentrum bisher erreicht haben, ist lediglich die Aufmerksamkeit auf Veranstaltungen zu lenken, die möglicherweise schon lange nicht mehr mit den Vorschriften vereinbar sind. Wenn demnächst also häufiger mal spontane Kontrollen mit negativen Ergebnissen stattfinden, steht damit auch der Status quo auf dem Spiel.

    Saubere Arbeit! Weiter so!

  2. Braucht es denn wirklich eine Nutzungsänderung? Reicht nicht eine Nutzungserweiterung?

  3. Vielen Dank für Euer Feedback. Nur so viel: Es liegt nicht in meiner Absicht zu zündeln, sondern zu verstehen.

    Geht man von WAZ-Bericht aus, wurde nur eine Seite beleuchtet, wir sehen aber anhand des Feedbacks, dass eben auch noch andere Faktoren eine Rolle spielen.

    Daher bin ich auch auf Eure Informationen angewiesen und wir erkennen, dass noch ein bürokratischer Weg vor uns liegt, das zu erreichen, was wir erreichen wollen.

    Ist es denn nicht interessant, wie kommunale Arbeit stattfindet? Also ich werde bei der ganzen Sache nur schlauer und das motiviert mich sehr.

    Was die Bestimmungen für eine Nutzungsänderung und Nutzungserweiterung sind, kann ich nicht sagen. Vielleicht hast Du, Malte, mehr Input?

  4. Vielleicht sollten wir selbst auch mal was dazu sagen:

    Wenn uns die Stadtverwaltung eindeutig, schriftlich und rechtskräftig versichert, dass wir keinen Verstoß gegen eine behördliche Auflage, eine Obliegenheitsverletzung oder Fahrlässigkeit begehen, wenn wir “interne” Konzerte in der Rock-Lobby von C4 veranstalten, dabei Personen, die nicht zum Mieterkreis gehören anwesend sind und sich ggf. mehr als 100 Personen insgesamt im Gebäude aufhalten, dann gäbe es nichts was wir für sinnvoller halten würden dort sofort wieder Konzerte zu veranstalten. Die für uns als ehrenamtliche Betreiber unklare Haftungsfrage lässt sich mit Wortspielereien nicht wegschminken. Eindeutig ist die schriftliche Mitteilung des Kuturreferats: “Die Nutzung der Rock-Lobby für öffentliche Konzerte kann nur durch einen Nutzungsänderungsantrag legitimiert werden.” Wir nehmen bereits viel Verantwortung und Arbeit auf uns (und das tun wir gern), aber wir wollen weder Sicherheitsrisiken eingehen noch uns strafbar machen. Wer sich interessiert, kann gern Einsicht in das im April 2008 gestellte Antragsschreiben nehmen, das wir beim Kulturreferat einreichen sollten und auch haben, damit der Antrag auf Nutzungsänderung von dort gestellt wird. Das Bauordnungsamt ist in der Angelegenheit bisher unberührt, da noch kein Antrag eingereicht wurde. Es kam von dort lediglich der Hinweis, dass immer noch die ursprünglichen Auflagen bestehen. Seit 10 Monaten prüft man im Kulturreferat, ob es aus technischen, architektonischen und finanziellen Gründen Sinn macht, für dieses Anliegen das Formular zur Vorlage beim Bauordnungsamt auszufüllen. Es mag sicher nachvollziehbare Gründe geben, warum es dermaßen lange dauert und warum man die Nutzungsänderung nicht wenigstens für die Personenanzahl beantragt, die ggf. möglich wäre, ohne Umbau. Wir versuchen inzwischen lediglich zu erreichen, dass man bei der Sinnfindung, die Belange der Jugend- und Musikszene als auch die öffentliche und politische Meinung dazu haranzieht. Die Sichtbarmachung des dringlichen Bedarfs einer ganzen Jugendkultur könnte eine Entscheidunghilfe sein und Prioritäten vielleicht anders gewichten. Wir sind letztendlich nur Interessenvertreter. Wenn ungeduldige und enttäuschte junge Musiker innerhalb der letzten 10 Monate ein Bühnenprogramm erarbeitet haben, ein Instrument erlernen und uns fragen, wann es denn endlich eine Lösung gibt, werden wir unserem Auftrag nicht gerecht, wenn wir stillschweigend warten und nicht klarstellen, dass es hier um mehr geht als um einen von den Betreibern gestellten Antrag. Außerdem ist uns nicht mehr ganz klar, wer die Entscheidungen über die Angelegenheit trifft und wer uns verbindlich Auskunft über den Stand der Dinge gibt. Es würde mich freuen, wenn man mit uns konstruktiv kommunizieren könnte, denn wie es scheint wollen doch eigentlich alle eine Lösung des Problems. Wir hatten bisher immer eine gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung, daher bedaure ich die derzeitige “Schräglage”. Entscheidend ist für uns jedoch die Interessenvertretung für die Jugend- und Musikszene und dafür holen wir uns dann eben auch eine blutige Nase. Unsere Glaubwürdigkeit in dieser Sache wird sich durch die Betroffenen selbst erweisen. Dass es dabei auch engagiert, emotional und vom “heiligen Zorn” gepackt zugeht, sollte niemanden verwundern. Wir danken allen, die die Sache unterstützen incl. der Stadtverwaltung, die sicher ebenfalls nach ihren Möglichkeiten ihr bestes gibt. Wir wollen die Öffentlichkeit schließlich nicht gegen irgendetwas hinzuziehen, sondern für eine der ganzen Stadt dienlichen Sache.

  5. […] wenn es um das Proberaumzentrum Consol 4 geht, können wir erkennen, wie Menschen auf die Kommune einwirken könn(t)en. Viele BürgerInnen […]

  6. Kurzer Stand der Dinge am 09.07.2009: Der Antrag auf Nutzungsänderung für Consol 4 ist vom Referat Kultur seit 10.04.2008 immer noch nicht beim Bauordnungsamt eingereicht worden.

  7. Ich habe soeben noch mit zweien von den Grünen gesprochen. Sie meinten auch, dass da jetzt doch mal endlich was passieren muss!

  8. Wie ist denn jetzt eigentlich der jetztige Stand der Dinge? Die letzten Infos sind ja schon etwas her..gibt es irgendetwas neues?

  9. Hallo Alex,

    nach einigem hin- und her der Informationspolitik und auch eben des Antrages, ist dieser nun beim Bauordnungsamt eingetroffen (So sagte man mir).

    Nun muss das Amt seine Entscheidung fällen. Welcher Zeitrahmen hier zu erwarten ist, weiß ich leider nicht. Aber ich bin sicher, es geht vorwärts.

  10. […] ich haben mit vielen anderen die Öffentlichkeit gewählt, um das Proberaumzentrum Consol4 zu einem Veranstaltungsort zu bringen. Der derzeitige Stand ist, dass der Bauordnungsantrag vom Referat Kultur Anfang November […]


Kommentar schreiben

Der Beitrag wurde am 9. Februar 2009 um 21:09 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Musik, Gelsenkirchen, Politik gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.