17. November 2009 um 21:28 Uhr

Ich freue mich immer wieder, wenn ich Menschen begegne, die mir ihre Erfahrungen aus der Berufswelt mitteilen. Zumeist können wir uns gar nicht vorstellen, mit welch einer Dreistigkeit Unternehmen mit Menschen umgehen. Ich schreibe gezielt nicht “Mitarbeiter” weil ein “MIT” kaum noch zu erkennen ist. Der Mensch wird kaum noch mit all seinen Rechten also solcher am Arbeitsplatz behandelt. Noch schlimmer ist die Ausnutzung der Notlage von Arbeitslosen bzw. Hartz IV-Empfängern.
Ein mir bekannter Autor verfasste den folgenden Erfahrungsbericht und deutet darauf hin, wie Arbeitslose in die Irre getrieben werden:
“Es war Ende des Jahres 2003, müsste Ende September gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere. Ich war damals echt am Boden – seit 2 Jahren arbeitslos, lebte ich von Hartz 4 und wusste kaum noch wovon ich das Porto für Bewerbungen aufbringen sollte. Ich hab echt Hunderte geschrieben und mit den Absagen konnte ich ein Zimmer tapezieren.
Dann hab ich in der lokalen Zeitung eine Anzeige entdeckt: “Suchen kaufmännische Mitarbeiter für allgemeine Bürotätigkeiten.” Es war schon komisch, dass kein Firmenname dabei stand, aber egal. Ich hab also da angerufen und wurde für den nächsten Tag zum Vorstellungsgespräch geladen.
Weiterlesen »
11. November 2009 um 21:03 Uhr

Gestern verstarb Robert Enke, Torwart von Hannover 96 und der Nationalmannschaft. Ich möchte Robert Enke auf diesem Weg meinen Respekt zollen, bin völlig fassungslos. Mein Beileid gilt seiner Familie und Freunden.
So ist es gerade “meine” Mannschaft Schalke 04, welche das nächste Bundesligaspiel gegen Hannover 96 am 21. November bestreiten wird. Mit einem bedrückenden Gefühl werden ich das Spiel verfolgen. Es wird nicht dieses leidenschaftliche Mitfiebern sein, welches ich bei einem gesunden Konkurrenzkampf während der Schalkespiele aufbringe.
Die Nachricht vom Tod Robert Enkes erwischte mich gestern eiskalt, als ich nach einem schönen Abend mit meine Freundin nach Hause kam. Natürlich frage ich mich, wieso ein für mich fremder Mensch, diese Traurigkeit in mir auslösen kann. Ich weiß nicht viel über ihn. Und so soll es auch bleiben. Gerne würde ich die Medien anhalten, sein Leben nun nicht an die Öffentlichkeit zu zerren. Dass er bereits eine Tochter verloren hat, wurde auch nicht an die große Glocke gehängt. Nicht umsonst hat Robert Enke sein Privatleben aus der Öffentlichkeit rausgehalten und ich hoffe, die Medien halten sich daran.
Für mich persönlich war Robert Enke ein klasse Keeper, den ich in der Saison 2008 noch in der Schalke-Arena gesehen habe. Glücklicherweise hatte ich meinen Fotoapparat dabei und schoss noch ein Paar Bilder. Dass diese Bilder mal so besonders werden würden, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht gedacht.
Seine Selbsttötung sollte in uns allen Nachdenklichkeit auslösen. Robert Enke steht für viele in unserer Gesellschaft, die nicht mit ihrer Verzweiflung an die Öffentlichkeit gelangen und dennoch ist sie da, die Krankheit Depression. Verursacht durch verschiedene Auslöser aber unterstützt durch Oberflächlichkeit, Ignoranz und Druck. Oftmals bleibt nur der Weg in den Tod, um Ängste bewältigen zu können.
Mir wird Robert Enke in der Bundesliga fehlen. Farewell Robert!