Warnstreik im Öffentlichen Dienst

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„Ja spinnen denn die?!“, könnte man meinen, Angesichts des Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Noch ist es ein Warnstreik aber es steht zu befürchten, dass die Warnung bei den Arbeitgebern auf taube Ohren stößt.

Die Medien berichten, dass unsere Kommunen immer klammer werden. Katastrophen drohen uns. Und dann trauen sich die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, noch mehr Geld zu fordern?! Das ist ja wohl eine Farce!

Nein, ist es nicht!

Auch wenn ich selbst Mitarbeiter im öffentlichen Dienst bin, versuche ich, einen neutralen Blick auf die Gestaltung der neuen Tarifverträge zu halten. So, wie ich Politik in den letzten Jahren immer gehalten habe, genau so objektiviere ich auch dieses Thema.

Zunächst war meine Haltung zum Streik doch sehr gespalten. Der Duisburger Haushalt wird zusammengespart und ich soll noch auf die Straße gehen und mehr Geld fordern? In sämtlichen Sozialen- und Bildungseinrichtungen wird der Rotstift angesetzt. In anderen Kommunen ist es ähnlich. Und wir Mitarbeiter fordern 5% mehr Geld?! Wie passt das zusammen?
Der Rotstift wird doch eh angesetzt. Stellen fallen weg und das zu Lasten der Bürger. Da muss was getan werden!

Soeben beobachtete ich in den Medien (Aktuelle Stunde, WDR), wie ein Bürgermeister das Argument aufwarf:“ Die geforderte Lohn-/Gehaltserhöhung würde der Kommune über 7,5 Mio. Euro kosten.“

Das ist zunächst erst mal eine Hausnummer. Aber wird das Geld denn in den Sparstrumpf gesteckt? Ich denke eher nicht, gemessen an den derzeitigen Zinsangeboten der Kreditinstitute. Das Geld wird wieder reinvestiert in die Kommune. Der Binnenmarkt wird wieder belebt und Arbeitsplätze an anderer Stelle erhalten. Darüber Hinaus fühlt sich der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst wenigstens ein klitze kleines bisken wertgeschätzt. Denn unsere Arbeit hat einen Wert.

Auch die Mitarbeiter in Kommunen und Ländern müssen die Erhöhung der Gas-,Wasser-, Strom-, und sonst noch was Preise bezahlen.

Ferner stolpert man immer wieder in den Medien über das Argument:“Es wird gestreikt! Zu leiden haben diejenigen, die nichts dafür können!“

Da macht sich schon ein wenig Empörung in mir breit! Wer ist denn für die Kinder, Schüler, Bürger  direkt vor Ort da?! Das sind wir Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. Was haben die Bürger einer Stadt davon, wenn diese Mitarbeiter demotiviert, unqualifiziert und rationalisiert für sie tätig sind?

Ich gehe morgen auf die Straße und warnstreike nicht nur wegen der 5% Gehaltserhöhung. Die sind mir persönlich relativ schnuppe. Mir ist es wichtig, die Kommune in die Verantwortung zu nehmen, sich mal nach Berlin zu wenden. Ich fordere morgen von der Kommune und auch den kommunalen Arbeitgebern, dass sie sich mit der Regierung auseinandersetzen, um wieder verwaltungsfähig zu werden.

Viel zu lang haben sich die Kommunen gefallen lassen, dass alle Verantwortung durch die Regierung auf sie abgetreten wurden. Nun wird es Zeit, Berlin ein klares NEIN entgegenzusetzen, damit wir in unseren Städten, unserer Heimat und unserer Infrastruktur wieder lebensfähig werden.

Wenn die Arbeitgeber sagen, dass sie Ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können, ja dann müssen sie schauen, dass die Kasse wieder klingelt! Europäische Gesetze haben die Kommunen lahm gelegt. Durch den geforderten Wettbewerb haben kommunale Betriebe quasi keine Chance. In der Gemeindeordnung des Landes NRW ist ein Wettbewerb kommunaler Unternehmen untersagt. Aber die großen Energieriesen und auch weitere Konkurrenz sitzen den kleinen Stadtwerken im Nacken.

Ich fordere bei dem (Warn)streik, dass die Kommunen öfter den Weg zum Bürger suchen, damit dieser in Zukunft besser verstehen kann, wieso er wählen muss und wie Politik funktioniert. Anstatt Bildungseinrichtungen zu schließen oder die Gelder zu kürzen, sollte in die Aufklärungsarbeit für Bürger investiert werden.

Denn nur so begreifen die Menschen, dass die Kommunen nur das (fast) letzte Glied in der politischen Kette in Deutschland sind. Ich übe morgen Druck auf die Arbeitgeber aus, endlich aktiv zu werden und zwar in Richtung „Stärken der Gemeinschaft“ und Forderungen an die Regierung.

Wir Mitarbeiter im öffentlichen Dienst wollen nicht nur mehr Geld, sondern auch leistungsgerechte Aufstiegschancen, Fortführung der Altersteilzeit und die Übernahme der Auszubildenden.

Wir Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst wollen, wie in jedem privaten Betrieb, eine Anpassung unseres Einkommens an die Lebenshaltungskosten.

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Quelle

In Banken, Rüstung und in die Lobby wird investiert. Mich würde sehr interessieren, wie viel ein Wirtschaftslobbyist verdient, welcher Ministerien bei Gesetzentwürfen beraten. Gesetze, welche Zugunsten der Wirtschaftslobby verabschiedet werden.

Es wird Zeit, dass in die Bürger investiert wird. Und deshalb gehen wir auch für Dich auf die Straße: Heute, morgen und wann immer es auch sein muss!


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Der Beitrag wurde am 3. Februar 2010 um 22:19 veröffentlicht und wurde in der Kategorie Arbeit, Politik, Allgemein gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen TrackBack auf deiner Seite einrichten.