Warnstreik im Öffentlichen Dienst

3. Februar 2010 um 22:19 Uhr

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„Ja spinnen denn die?!“, könnte man meinen, Angesichts des Warnstreiks im öffentlichen Dienst. Noch ist es ein Warnstreik aber es steht zu befürchten, dass die Warnung bei den Arbeitgebern auf taube Ohren stößt.

Die Medien berichten, dass unsere Kommunen immer klammer werden. Katastrophen drohen uns. Und dann trauen sich die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, noch mehr Geld zu fordern?! Das ist ja wohl eine Farce!

Nein, ist es nicht!

Auch wenn ich selbst Mitarbeiter im öffentlichen Dienst bin, versuche ich, einen neutralen Blick auf die Gestaltung der neuen Tarifverträge zu halten. So, wie ich Politik in den letzten Jahren immer gehalten habe, genau so objektiviere ich auch dieses Thema.

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Die schleichende Privatisierung

15. Dezember 2009 um 21:29 Uhr

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Pünktlich zum neuen Fahrplan des Verkehrsverbundes Rhein Ruhr (VRR) gab es heute ein böses Erwachen. Urlaubsbedingt hatte ich erst einen Tag später das „Vergnügen“ mit einem mir fremden Unternehmen zu meiner Arbeitsstätte transportiert zu werden.

Eigentlich erwartete ich den Rhein-Emscher-Express in einem Deutsche-Bahn-Outfit. Erhalten habe ich jedoch die Leistung einer Eurobahn, ein privater Anbieter. So dachte ich noch in meiner müden Birne, dass dieser Zug ersatzweise eingesetzt wurde, weil die DB vielleicht ein paar Waggons aus dem Verkehr nahm, Zwecks Überprüfung oder Reparatur.

Nett von den Eurobahnern, so war mein erster Gedanke.

Dann fuhren wir los. Alles lief gut, bis dass die Kontrolleurin kam. Ein Mitfahrer, den ich jeden morgen zur selben Zeit, im selben Zug sehe und der nicht „schwarz“ fährt, wurde darauf hingewiesen, dass sein Ticket in der Eurobahn nicht gültig sei. Er war wach und ich nun auch. Es dämmerte mir langsam. Es ist kein ausgeliehener Zug, nein, die Privatisierung hat den öffentlichen Nahverkehr einfach überrollt! Ist meine Fahrkarte denn noch gültig oder nicht? Tausend Fragen schossen mir in diesem Moment durch den Kopf. Weiterlesen »

Die Piraten der Neuzeit

17. November 2009 um 21:28 Uhr

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Ich freue mich immer wieder, wenn ich Menschen begegne, die mir ihre Erfahrungen aus der Berufswelt mitteilen. Zumeist können wir uns gar nicht vorstellen, mit welch einer Dreistigkeit Unternehmen mit Menschen umgehen. Ich schreibe gezielt nicht “Mitarbeiter” weil ein “MIT” kaum noch zu erkennen ist. Der Mensch wird kaum noch mit all seinen Rechten also solcher am Arbeitsplatz behandelt. Noch schlimmer ist die Ausnutzung der Notlage von Arbeitslosen bzw. Hartz IV-Empfängern.

Ein mir bekannter Autor verfasste den folgenden Erfahrungsbericht und deutet darauf hin, wie Arbeitslose in die Irre getrieben werden:

“Es war Ende des Jahres 2003, müsste Ende September gewesen sein, wenn ich mich recht erinnere. Ich war damals echt am Boden – seit 2 Jahren arbeitslos, lebte ich von Hartz 4 und wusste kaum noch wovon ich das Porto für Bewerbungen aufbringen sollte. Ich hab echt Hunderte geschrieben und mit den Absagen konnte ich ein Zimmer tapezieren.

Dann hab ich in der lokalen Zeitung eine Anzeige entdeckt: “Suchen kaufmännische Mitarbeiter für allgemeine Bürotätigkeiten.” Es war schon komisch, dass kein Firmenname dabei stand, aber egal. Ich hab also da angerufen und wurde für den nächsten Tag zum Vorstellungsgespräch geladen.

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Jobverlust bei Thyssen-Krupp-Steel

26. Februar 2009 um 20:51 Uhr

Sogar die WAZ berichtet über Markus, der mit seiner Jobsituation an die Öffentlichkeit gegangen ist:

“Zeitarbeiter Markus Urbaniak hoffte bei Thyssen-Krupp Steel auf eine Festanstellung, muss sich nun wegen der unsicheren Wirtschaftslage einen neuen Job suchen. Trotzdem nimmt er heute an einer Protestkundgebung teil. “

 Hier geht es zum Pressebericht

Arbeitslosigkeit ist nicht nur eine Statistik

17. Februar 2009 um 23:13 Uhr

Manche können es sich vielleicht nicht vorstellen oder weisen diese Vorstellung aus Angst von sich. Aber jeden kann Arbeitslosigkeit treffen. JEDEN!

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Die Angst des Arbeitsplatzverlustes ist nicht nur eine Statistik, sondern das reale Leben. Leider geistert durch die Foren, Stammtische und auch anderen Diskussionen zumeist das Argument mit „Die wollen doch nicht arbeiten“ oder „sind doch alles Schmarotzer“.

Ich frage mich, was die Menschen dazu verleitet, sich so über Einzelschicksale zu erheben? Ein Minimum der Empfänger von Sozialleistungen sind so genannte „Schmarotzer“. Wobei ich diesen Begriff nicht wirklich verstehe, da jeder, der ohne abhängig Beschäftigung ist, am absoluten Existenzminimum klebt. Und wieso? Weil die wahren Sozialschmarotzer, nämlich diejenigen, welche auf Kosten der Mitarbeiter ihre Profite steigern, keine Gelegenheit ungenutzt lassen, unser soziales System in die Schieflage zu bringen.

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Küppersbusch muss überleben

27. Dezember 2008 um 15:47 Uhr

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Nun erwischt es Gelsenkirchen erneut. Dem Traditionsunternehmen Küppersbusch droht der Stellenabbau.

Das 1875 gegründete Familienunternehmen spezialisierte sich über die Jahre hinweg in drei Sparten: Industriewärme, Küchentechnik und Großküchenbereich. Viele Gelsenkirchener haben Familienmitglieder, die in den vergangenen Jahrzehnten dort eine Beschäftigung gefunden haben.

Dazu gehöre auch ich. Nachdem mein Opa bei Küppersbusch Mitte des letzten Jahrhunderts arbeitete, konnte auch mein Vater auf eine Beschäftigungszeit von 1972 bis 2006 zurückblicken.

Das Unternehmen Küppersbusch hat unsere Familie ernährt, unser Leben geprägt und es wurden auch über den Tod meines Vaters hinweg langfristige Freundschaften geschlossen.

Es gab Phasen, in denen wir als Familie um den Arbeitsplatz meines Vaters gebangt haben. Mal wurde die Industriewärme von Vaillant übernommen, auch AEG spielte eine große Rolle bei Küppersbusch. Einen Umzug in die Emscherstraße habe ich noch in Erinnerung, ebenso wie ein Sommerfest am Schürenkamp 1992.

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Diese ganzen Erinnerungen werden nun getrübt durch die traurige Meldung, dass bei Küppersbusch Stellen abgebaut werden sollen. Vor wenigen Wochen wurde in Der Westen berichtet, dass die Verhandlungen über einen „Zukunftstarifvertrag“ zwischen Betriebsrat und Unternehmer für gescheitert erklärt worden sind. Der einstmals von etwa 2.000 Mitarbeitern betriebene Küchenhersteller wurde im Laufe der Jahre auf eine Belegschaft von etwa 340 reduziert. Diese Reduktion habe ich über Jahre hinweg leider mitverfolgt und war froh, dass unsere Familie bisher nicht davon betroffen war.

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Pendlerpauschale ist Verfassungswidrig

9. Dezember 2008 um 12:24 Uhr

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Vor einiger Zeit habe ich mich gefragt, wie denn nun die Entscheidungen mit der Pendlerpauschale weitergehen. Zwar bekam man mit, dass in verschiedenen Instanzen Kläger Recht bekamen aber welche Auswirkungen hat das für uns Pendler?

Wir Erinnern uns, dass es vor einigen Jahren eine Änderung für Arbeitnehmer in Sachen Pendlerpauschale gegeben hat, um die Ökosteuer aufzufangen. In Anbetracht der explodierenden Energiepreise, ist die Kürzung der Pendlerpauschale eine grobe Frechheit.

Unter dem Aspekt, der Staat müsse Ausgaben sparen, wurde uns Pendlern das Geld gekürzt. Jetzt wissen wir, wofür der Staat sparen wollte: Für Bürgschaften von Banken und Autoproduzenten, welche durch Missmanagement in die Krise gelangt sind.

Der Pendler jedoch muss erst mal Geld investieren, um zur Arbeit gelangen zu dürfen.

Dem hat das Verfassungsgericht heute einen Riegel vorgeschoben! Die Kürzung der Pendlerpauschale ist, wie so einiges, was die Regierung in den letzten Jahren entschieden hat, verfassungswidrig.  So waren die Hausdurchsuchungen vor dem G8-Gipfel verfassungswidrig oder auch die Beteiligung Deutscher Soldaten an AWACS-Flügen .

Nun haben die Bürger Recht bekommen und wir haben gute Aussichten, unser unrechtmäßig einbehaltenes Geld, wieder zurückzufordern.

Hier ein paar Informationen, was zu tun ist:

So kriegen Sie ihr Kilometergeld wieder

5. Teil: Wie erhalten Pendler ihr Geld zurück?

Wie erhalten die Pendler ihr Geld zurück?

Die Betroffenen müssen keinen Antrag stellen: Die Steuerbescheide sind vorläufig erlassen worden. Nach Angaben des Neuen Verbands der Lohnsteuerhilfevereine muss das Finanzamt von Amts wegen eine entsprechende Nachzahlung veranlassen.

Weiter bei Spiegel Online.

 Nachtrag:

Heute (10.12.08) steht im SPON:

Er (Steinbrück) warnte, dass die Staatsverschuldung durch das Urteil steigen werde. Die Gerichtsentscheidung sei deshalb keine gute Nachricht für nachfolgende Generationen. Der Staat werde trotzdem nicht versuchen, das Geld über Umwege von den Bürgern zurückzuholen.

Demnach kann man davon ausgehen, dass unser Finanzminister keine Rückstellungen bezüglich des laufenden Verfahrens gebildet hat? War er wirklich so dumm, das Geld anderweitig wieder auszugeben, obwohl das Urteil beim Bundesverfassungsgericht noch nicht gesprochen wurde?

Das erklärt Vieles, Herr Steinbrück, über Ihre Qualität als Bundesfinanzminister!

Und hier noch ein weiterführender Link zu einem Bericht, der alles soweit auf den Punkt bringt. Sehr lesenswert der Text von Wolfgang Lieb, Nachdenkseiten.

Servicepersonal gesucht

13. Oktober 2008 um 18:01 Uhr

Folgende Stellenanzeige habe ich heute per Mail bekommen.

Bei der Oisin Kelly Gallery handelt es sich um einen gmütlichen Irish-Pub mit netten Gästen und einen ebenso netten, wie umgänglichen Chef.

Also, von meiner Seite aus: Viel Erfolg für alle Beteiligten:

Hallo und guten Tag,

Wir wollten auf diesem Wege einmal in die Welt hinein Fragen:Wir suchen  eine weibliche Mitarbeiterin für unser Team..Sie sollte flexibel, ehrlich und zuverlässig sein.

Anfänger? spielt keine Rolle.2-3mal in der Woche und im Tausch am Wochenende.

Alles andere sollte mündlich besprochen werden.Vielleicht hast DU Zeit, oder im Bekanntenkreis. jemand.?
Bitte melden unter:0209/3187732 ab 18H, oder einfach vorbei kommen.

Euer Oisin Kelly Team

Mehr Infos

Der Fisch wurde trockengelegt

28. September 2008 um 17:24 Uhr

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Ich habe befürchtet, dass es irgendwann mal soweit kommen muss: Fischfeinkost Clauder im Kaufpark (Bahnhofscenter) musste schließen.

Nirgendwo in der Innenstadt ist es möglich frischen Fisch zu erhalten. Zwar meint REWE auf der Hauptstraße frischen Fisch zu verkaufen aber meine Erfahrung mit diesem Laden bezüglich der abgelaufenen Verfallsdaten und der Geruch an der Fischtheke lässt mich enorm daran zweifeln.

So sagt jeder Ernährungswissenschaftler, dass man ein- bis zwei mal pro Woche frischen Fisch zu sich nehmen sollte. Nun, das wurde von Kaufpark verhindert. Durch anstehende Renovierungsarbeiten musste Herr Clauder seinen Verkauf auf dem entsprechende Gelände einstellen. Die Mieten im Bahnhofscenter seien zu hoch und auch im Bahnhof wäre eine Existenz für Einzelhändler bei den Mietpreisen nicht zu halten.

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Ist die Zeche Carl am Ende?

31. August 2008 um 22:06 Uhr

ZECHE CARL
Wilhelm-Nieswandt-Alle 100 ? 45326 Essen/Altenessen
Tel. 0201/83 444-18 - Fax 0201/350158

presse@zechecarl.de - www.zechecarl.de

Presseerklärung der Belegschaft der Zeche Carl

Operation gelungen, Patientin tot!?

Nachdem noch vor wenigen Wochen eine gemeinsame Erklärung der Stadt Essen und des Verwaltungsrates des Zeche Carl e.V. ein Fortführung des soziokulturellen Standortes der Zeche Carl im Essener Norden zusagte, gibt es nunmehr unübersehbare Anzeichen dafür, dass eines der größten und ältesten soziokulturellen Zentren der Bundesrepublik mehr oder weniger eiskalt und ohne öffentliches Aufsehen abgewickelt wird.

Damit stehen nicht nur 73 Arbeitsplätze, 18 davon hauptamtlich, auf dem Spiel sondern auch die Fortführung der soziokulturellen Arbeit mit all ihren kulturellen, pädagogischen, sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen.

Eine inhaltliche und konzeptionelle Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen im Zeche Carl e.V. wurde von Verwaltung und Politik bislang weder nachgefragt noch zur Kenntnis genommen ? wenngleich mehrfach angeboten. Dieses Angebot halten wir nachhaltig aufrecht!

Auch das deutet darauf hin, dass eigene Konzepte eine kommerzielle Weiternutzung des sich in städtischer Liegenschaft befindlichen Gebäudekomplexes vorsehen. Auch hier mehren sich Anzeichen, dass bereits erste Gespräche mit entspr. Interessenten geführt werden.
Auch die zunächst in Aussicht gestellte Weiterführung des Kinder- und Jugendbereiches scheint ausgeschlossen ? erste Gespräche mit anderen Anbietern im Stadtteil werden bereits geführt.

Bis zum 30.9. befindet sich der Zeche Carl e.V. in vorläufiger Insolvenzprüfung, die nach Aussage der Stadt Essen zum 1.10. in eine Insolvenz münden wird. Bereits jetzt werden den MitarbeiterInnen Verträge zur Überleitung in eine städtische Transfergesellschaft unterbreitet, ohne nach alternativen Lösungen gesucht zu haben ? ohnehin nur eine evtl. Lösung für eine kleine Minderheit der Gesamtbelegschaft.

Insbesondere enttäuscht zeigen sich die MitarbeiterInnen von der ausbleibenden Unterstützung bzw. Solidarität der Grünen Ratsfraktion. Zählen hier die Vorwahlkämpfe bereits mehr als Inhalte? Zollverein, Philharmonie und Straßenstrich ja ? notwendige Soziokultur, Stadtteilarbeit und Raum für Essener BürgerInnen im Norden nein?

Wohlgemerkt: Es geht nicht um Millionenbeträge sondern um eine Aufstockung des (übrigens seit 14 Jahren gleich gebliebene) jährlichen Zuschusses um 80.000 Euro!

MitarbeiterInnen der Zeche Carl