2. September 2008 um 21:23 Uhr
Kürzlich habe ich folgendes Gedicht von Erich Kurt Mühsam entdeckt. Mühsam war ein politischer Aktivist, Anarchist, Publizist und Schriftsteller und wurde 1934 vom Naziregime in Oranienburg ermordet.
Der Gefangene
Ich hab´mein Lebtag nicht gelernt
mich fremden Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!
Ich soll? Ich muss? - Doch ich will nicht
nach jeder Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen beßre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen:
Sich fügen heißt lügen!
Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!
Doch brich die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen - Tyrannei!
Dann ruf ich in das Volk: Seid frei!
Verlern es dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!
August 1919
Aus: Sammlung 1898 - 1928, Berlin 1928
17. August 2008 um 18:11 Uhr

Was bisher geschah:
1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich)
2.Tag: Ankunft in Montecatini
3. Tag: Volterra und Siena
4. Tag: Elba
5.Tag: Florenz
6.Tag: Montecatini Alto
Dieser Tag stand uns zur freien Verfügung. Wir konnten also machen, was wir wollten. Einige hatten die Idee mit dem Zug zum Meer zu fahren, andere strebten einen Besuch in Rom an.
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9. August 2008 um 16:19 Uhr
Was bisher geschah:
1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich)
2.Tag: Ankunft in Montecatini
3. Tag: Volterra und Siena
4. Tag: Elba

5.Tag: Florenz
Ungewollt wurde auch der Elba-Tag ein Highlight des ganzen Urlaubs. Aber bevor ich diese schöne Insel kennen lernte war für mich Florenz der Hauptgrund, diese Tour anzutreten. Ich weiß im Nachhinein wirklich nicht, was mich mehr beeindruckte. Wahrscheinlich liegt es daran, dass man eine grüne Insel im blauen Meer unter einem strahlenden Himmel nicht mit einer Stadt voller Kultur, Vergangenheit und Leben vergleichen kann.
Morgens beim Frühstück musste ich aber noch ein wenig über meinen Schatten springen. Denn am Abend zuvor fand der Supercup statt, bei dem der FC Bayern München gegen Borussia Dortmund im Finale spielte. Sehr zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass in meiner „Tischfamilie“ gleich Vertreter beider Fraktionen vertreten waren. Und ich als Schalker mittendrin. Leslie, Du magst mir verzeihen, aber ich verstehe nicht, wie ein so nettes Mädel sich fußballtechnisch so verirren kann
. Komm Du mal nach Gelsenkirchen und ich zeige Dir eine Stadt voller Fußballleidenschaft!
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1. August 2008 um 14:13 Uhr
Was bisher geschah:
1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich)
2.Tag: Ankunft in Montecatini
3. Tag: Volterra und Siena
Der erste richtige Toskanatag begann ausgezeichnet. Nachdem ich wirklich sehr gut in dem Hotel genächtigt hatte, machte ich mich auch gleich frühstücksfein. Da wir eine längere Tour vor uns hatten, musste ich schon vor 7 Uhr aufstehen…..und das im Urlaub! Aber in Anbetracht der zu erwartenden Ziele sollte es mir recht sein.
Das Frühstücksbuffet war ganz ok und wir konnten alle gut gestärkt wieder in den Bus. Unser erster Halt hieß Volterra. Dieses mittelalterliche Schmuckstück ist bekannt für seine Alabasterverarbeitung. Leider hatten wir nur etwa 1,5 Std. Zeit dieses schöne Städtchen zu besichtigen. Die kleinen engen Gassen verleiten auch außerordentlich zu einem Verirrungsmarathon. Da ich mich alleine auf den Weg machte, hielt ich mich auch im Umfeld des Piazza die Priori auf. Denn wenn ich mich bei 90 Minuten Aufenthalt schon 60 Minuten zurechtfinden muss, hat die ganze Aktion wenig Sinn.

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29. Juli 2008 um 18:15 Uhr

1. Tag: Abfahrt in Herne – Feldkirch (Tirol/Österreich)
Lange habe ich hin- und her überlegt, wohin meine Reise im Sommer 2008 gehen soll. Freunde sind mit ihren Partnern unterwegs oder bereits schon zu einem anderen Zeitpunkt in den Urlaub gefahren. Da ich in diesem Jahr ziemlich unflexibel in meiner Urlaubsplanung bin, war für mich Folgendes wichtig:
- Nicht ganz alleine, damit mich wenigstens jemand vermisst, falls mir was passiert
- Kultur
- Nicht ständig von einem Hotel zum anderen rasen
Nach der Analyse o.g. Kriterien fiel mir die Reise von dem Busunternehmen Anton Graf aus Herne in die Hände. Diese sollte so aussehen:
1.Tag: Abfahrt nach Feldkirch (Tirol-Österreich)
2.Tag: Ankunft in Montecatini
3.Tag: Volterra, Siena
4.Tag: Elba
5.Tag: Florenz
6.Tag: freie Verfügung
7.Tag: über Pisa (I) nach Matrei am Brenner (A)
8.Tag: Rückfahrt nach Herne
Unser Hotel sollte in Montecatini Therme in der Toskana sein. Ich wusste nicht, was mich alles erwarten würde, war also offen für neue Eindrücke und gespannt auf die Dinge, die da kommen werden.
Eigentlich fiel es mir überhaupt nicht schwer, diese Reise alleine anzutreten. So habe ich doch gerne meine Ruhe und kann auch eine Menge Zeit nur mit mir verbringen. Sollten sich Bekanntschaften ergeben, sollte es mir recht sein. Sollten sich keine Bekanntschaften ergeben…auch nicht schlimm.
Am Musiktheater in Gelsenkirchen wurde ich dann vom Bustransfer nach Herne gebracht, checkte meinen Koffer in den für die Toskana vorgesehenen Bus und meldete mich vorne beim Einstig an, dass ich da bin.
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17. Juli 2008 um 22:03 Uhr

Noch so sehr lange beschäftige ich mich nicht mit den Inhalten des Antifaschismus´. Bisher handelte und argumentierte ich nach einem allgemein gültigen Bild, welches man durch den Geschichtsunterricht vermittelt bekommen hat. So etwas wie die Nazis darf es nicht mehr geben!
Soweit zu gut bzw. schlecht. Durch die Initiative-Links und die Zusammenarbeit mit dem Bündnis gegen Rechts setze ich mich ein wenig detaillierter mit diesem Thema auseinander. Nicht zuletzt nach der von der Friedrich-Ebert-Stiftung veröffentlichen Studie „Ein Blick in die Mitte, zur Entstehung rechtsextremer und demokratischer Einstellung in Deutschland“ bin ich hellhörig geworden,
Die derzeitige politische Ignoranz zu diesem Thema schafft den Nährboden zum aufkeimenden Faschismus. Menschen haben Existenzängste, glauben nicht mehr an unsere Demokratie und finden keinen Ausweg mehr. Nur zu gerne lauschen sie den wohlwollenden Klängen rechter Parteien, wie z.B. pro Gelsenkirchen. Argumentativ, sofern man das sagen kann, fischen rechte Parteien und Organisationen an den Knackpunkten der fehlgeschlagenen Sozialpolitik. Sie versprechen, sich gegen das eigentliche Übel einzusetzen. Das ist ganz besonders der Moscheebau und der aufkeimende Islamismus.
Woher die soziale Schieflage tatsächlich kommt wird von den Rechten schlicht weg unterschlagen. Wer empfindet Manager, die jedwede Möglichkeit auslassen, Steuern zu bezahlen, als unsozial? Da steckt viel zu viel Politik und Wirtschaftsdenken drin. Demnach ist es einfacher, sich gegen einen Moscheebau um die Ecke zu stellen. Und schon haben wir wieder einen Sozialstaat. Kling das übertrieben? So funktioniert die Strategie der Rechten.
Nun frage ich mich, wie unser Rechtssystem mit der Entwicklung der neuen Rechten umgeht?
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15. Juli 2008 um 20:32 Uhr
Nun befinde ich mich gerade in den Urlaubsvorbereitungen für meinen Italienurlaub. Dabei dachte ich, es könne ja nicht schaden, noch eine Speicherkarte für mein neues Hobby, fotografieren, käuflich zu erwerben.
Die Sonne schien, mein Einkaufszettel war lang, also ging ich in die Gelsenkirchener Innenstadt, um noch ein paar andere Dinge zu erledigen. Entgegen aller Pessimisten, die meinen, in Gelsenkirchen nicht einkaufen zu können, bin ich aber doch heute ordentlich Kohle losgeworden.
Nur bei meiner Speicherkarte hatte ich wirklich ein Problem, mein Geld loswerden zu dürfen. So versuche ich mein Kaufverhalten dahingehend zu steuern, dass ich, wenn möglich, kleine Geschäfte aufsuche. Vorzugsweise besuche ich Familienunternehmen (Metzger, Markt), Hauptsache ich komme um Großkonzerne und -ketten herum.
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7. Juli 2008 um 21:00 Uhr
Es war mir klar: Das wird ein anstrengendes Wochenende!!! Weil wir Flugverweigerer wegen akuter Angstzustände in unserer fünfer-Gruppe hatten, entschieden wir uns für eine Busreise nach London. In der Nacht von Freitag auf Samstag sollte es um 0:30 Uhr losgehen.

Zuvor musste ich jedoch noch ein Abenteuer bestehen. Denn immer wenn die Zeit knapp ist, man Termine hat oder Verabredungen einhalten muss, gibt es Probleme bei der Bahn. Am Duisburger Hauptbahnhof ist die Oberleitung von einem ICE gekappt worden, was für mich hieß, dass ich kaum eine Möglichkeit hätte von der Arbeit nach Hause zu kommen. Ja nee is klar!
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1. Juli 2008 um 21:01 Uhr

Endlich geht es wieder los: Die Unplugged-Konzertreihe im Consoltheater. Bei gutem Wetter sollte dieses Event zwar im Biergarten stattfinden aber an diesem Samstag war es noch zu unbeständig. Ich gebe zu, dass das Ambiente in der Kellerbar jedoch perfekt für ein solches Konzert ist.
Nachdem auch schon im letzten Jahr Easy Jam sehr erfolgreich angelaufen ist, wird diese Reihe nun wieder fortgesetzt.
Erwarten durften wir an diesem Abend Maurice Dickson, ein begnadeter Folkmusiker aus Nordirland. Auf der Insel ist er bei keinem Festival mehr wegzudenken und begeistert das Publikum mit einer virtuosen Spielweise auf seiner Gitarre. Darüber hinaus verfügt der sympathische Musiker über ein Talent die Bühne mit einer One-Man-Show so zu füllen, als wäre ein ganzes Orchester anwesend. Einfach sensationell!
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26. Juni 2008 um 20:30 Uhr
Seit acht Jahren gibt es nun „Extraschicht – Die Nacht der Industriekultur“. Und seit letztem Jahr weiß auch ich endlich, dass es sie gibt.
In diesem Jahr konnte ich es kaum erwarten, dieses Event besuchen zu dürfen. Leider findet Extraschicht nur an einem Tag statt und es ist viel zu schade, durch das Ruhrgebiet zu hetzen. Also entschied ich mich wieder für das Gelände der ehemaligen Zeche Consolidation auf der Bismarckstraße. Zwar wird von den Organisatoren ein Shuttleservice angeboten, der einen quer durch das ganze Ruhrgebiet zu den einzelnen Industriekulturstätten bringt. Jedoch bin ich der Ansicht, dass man so nicht die einzelnen Standorte genügend genießen kann. Vielleicht kann Extraschicht künftig auch von Freitags bis Sonntags angesetzt werden. Dann würde ich über das Consolgeände auch mal hinaus kommen……Aber mittlerweile hängt auch zu sehr mein Herz an dieser Kulturstätte, wo das Consoltheater, das Proberaumzentrum und die Werner Thiel Kunstinstallation angesiedelt sind.
Gegen 20 Uhr bin ich zu der Session von Chris (Klavier, Gesang), Kery (Gesang) die im Vorraum der Maschinenhalle unter dem Namen “CHANSON d´a ROCK” stattfand, hinzu gestoßen. Mit einer gekonnten Performance von Joe Cockers Version „With A Little Help From My Friends“ begeisterten die drei das Publikum. Darüber hinaus gab es noch weitere MusikerInnen, dessen Namen ich mir leider nicht merken konnte. Demnächst muss ich wirklich einen Notizblock mitnehmen. So wurde beispielsweise dieser wunderschöne Song „Nothing compares 2 U“, im Original von Prince und gecovert von Sinead o` Conner, so wunderschön von einer jungen Dame interpretiert, dass Sinead dagegen blass ausgesehen hätte. Auch der von Knorkator veröffentlichte Song „Böse“ wurde in einer nicht unwitzigen weise den Zuschauern dargeboten.

Das Schöne ist, dass das Publikum wirklich eine Spanne von ca. 8 – 70- jährige umfasste. Kinder unterbrachen ihr Fußballspiel und hockten mit dem Ball unter dem Arm direkt vor den Interpreten und lauschten der wunderschönen Musik.
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