Der Fisch wurde trockengelegt

28. September 2008 um 17:24 Uhr

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Ich habe befürchtet, dass es irgendwann mal soweit kommen muss: Fischfeinkost Clauder im Kaufpark (Bahnhofscenter) musste schließen.

Nirgendwo in der Innenstadt ist es möglich frischen Fisch zu erhalten. Zwar meint REWE auf der Hauptstraße frischen Fisch zu verkaufen aber meine Erfahrung mit diesem Laden bezüglich der abgelaufenen Verfallsdaten und der Geruch an der Fischtheke lässt mich enorm daran zweifeln.

So sagt jeder Ernährungswissenschaftler, dass man ein- bis zwei mal pro Woche frischen Fisch zu sich nehmen sollte. Nun, das wurde von Kaufpark verhindert. Durch anstehende Renovierungsarbeiten musste Herr Clauder seinen Verkauf auf dem entsprechende Gelände einstellen. Die Mieten im Bahnhofscenter seien zu hoch und auch im Bahnhof wäre eine Existenz für Einzelhändler bei den Mietpreisen nicht zu halten.

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Auch die WAZ berichtet

16. September 2008 um 06:41 Uhr

Hier geht es zum Artikel zu unserer Mobilisierung der Gegendemo zur Anti-Islam-Konferenz.

Folgendes möchte ich noch ganz deutlich hervorheben:

“Wir lehnen Gewalt ab”, erklärt Mitorganisator Paul M. Erzkamp (Falken). Aber: An friedlichen Sitzblockaden werde man sich am Samstag in Köln sehr wohl beteiligen. Was tun bei Konfrontationen mit Rechten? Wie verhält man sich gegenüber der Polizei? Diese und andere Fragen wurden im Spunk erörtert.

Dortmund - Schalke Hinrunde Saision 2008/2009

14. September 2008 um 17:08 Uhr

Was für ein Spiel! Frohen Mutes und bei sonnigem Wetter machte ich mich auf zur Schalker Faninitiative. Zwischendurch hieß es noch Flyer für die Gegendemo der Anti-Islam-Konferenz in Köln zu verteilen und dann hinsetzen zum Spiel!

Allmählich bin ich ja hin und her gerissen, ob ich in der Ini oder bei Kenkenberg gucken soll. Sind überall nette Leute da. Schalker eben!

Mein Tipp vorab lag bei 0:3 und es sah ja auch einige Zeit gut danach aus. Der BVB hat nun nicht wirklich Vollgas gegeben, sondern nur das Spiel durch Attacken gestört. Rein spielerisch war das von beiden Seiten keine Glanzleistung. Aber in der zweiten Halbzeit drehte meine Mannschaft auf und zeigte kurzzeitig einen behenden Fußball.

Leider blieb dies nicht von Dauer. Der BVB legte nach und der Schiedsrichter Lutz Wagner tat auch das Seinige, den BVB zu unterstützen.

Um so überraschter bin ich, Selbstkritik im “Der Westen” zu lesen. So heißt es:

Zwei Fehler gestand der Schiedsrichter aber ein: Das Traumtor von Alex Frei zum 2:3 hätte er nicht anerkennen dürfen (”Stimmt, das war vorher Abseits”). Und das vermeintliche Handspiel von Mladen  Krstajic vor dem 3:3 “haben die Fernsehbilder nicht hergegeben.”  Wagner hatte in der fraglichen Szene eine extrem ungünstige  Position. Sein Assistent Tobias Stieler stand viel besser und zeigte  auch kein Handspiel an - traute sich aber nicht, seinen Chef zu  korrigieren. Wagner ehrlich: “Den Elfmeter habe ich aus eigener  Wahrnehmung gegeben.”

Was ist das nur für ein Assistent, der sich nicht traut, seinen Chef zu korrigieren? Welch eine Funktion hat er dann auf dem Platz?!

Dortmund, ihr kommt in dieser Saison auch noch mal in die Arena. Dann gibt es Revanche!

Bilder vom Consolfestival 2008

um 16:42 Uhr

Am 5. und 6. September fand das Consolfestival draußen vor dem Proberaumzentrum statt.

Ihr habt bestimmt schon in anderen Berichten lesen können, wie begeistert ich von Consol4 bin. Daher spare ich mir langweilige Wiederholungen sondern verweise nur mit Links zu den Band (soweit möglich), die ich in der Galerie veröffentliche.

Das nächste mal seid IHR mit dabei!

Elfstruck

The Muddy Echoes

The Herbs

Eiskristall

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Gelsenkirchener Geschichten…

8. September 2008 um 22:15 Uhr

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…sind das was sie sind: Gelsenkirchener Geschichten. Mittlerweile aus dem Netz und meiner Stadt nicht mehr wegzudenken. Den Betreiber Heinz durfte ich schon durch meine Arbeit mit der Initiative-Links kennen lernen. Ich erinnere mich noch gut daran, als er uns interessantes Material über Demonstrationen Gelsenkirchener Atomkraftgegner zeigte.

Daraus wuchs seine Idee, ein Forum wie die Gelsenkirchener Geschichten  (im Folgenden GG genannt) aus dem Boden zu stampfen.

Dieses Forum ist nunmehr über 900 User schwer, was nicht immer leicht zu verwalten ist. Daher hat sich um Heinz ein Team gebildet, welches unter dem Namen „Verwaltung“ administrative Arbeit leistet. Und die ist bestimmt dringend nötig.

Wie in anderen Foren gibt es auch hier Selbstdarsteller, ewige Nörgler aber auch respektlose Gestalten, die in ihre Schranken gewiesen werden müssen. Denn bei rechtlich bedenklichen Äußerungen müssen wir, die wir im Web eine eigene Seite haben, sofort einschreiten, da man uns dafür persönlich haftbar machen kann.

Aber das klingt alles so negativ.

Positiv ist, dass sich der Anteil der o.g. User absolut in der Unterzahl befindet. Denn die Meisten in der GG-Community sind durchaus intelligent, interessant und meist sehr lustig.

Mitte August 2008 habe ich mich aus Neugierde dann auch mal bei den GG angemeldet. Ausschlaggebend war das rote Sofa bei der Schalker Faninitiative.

Habe ich schon bei der Thielausstellung im Rahmen der Extraschicht das Sofa mit meiner Präsenz beglücken dürfen *hüstel* wiederholte ich das Unterfangen bei der Geburtstagsfeier der Schalker Fan-Ini noch mal. Überrascht war ich über die freundliche Begrüßung der GGler und dass sie mich wiedererkannten. Ich fühlte mich sofort wohl und überlegte, dann doch mal im Forum eine Anmeldung zu starten.

Prompt ging der Schuss nach hinten los! Natürlich habe ich in meiner Signatur den Link von meinem Blog eingesetzt. Immerhin bin ich für Transparenz und jeder soll schon wissen, mit wem er/sie es zu tun hat.

Genau diese Signatur stieß ein paar (wenigen) Usern auf und beschwerten sich. „Dieses Forum soll aber parteiunabhängig sein….“ (mecker, nörgel, buuuhhh). Nun, kaum liest man „links“, geht schon eine Schublade auf und Sandra wird ganz unsanft reingeschubst. Ohne sich mit mir und meiner Einstellung auseinander zu setzen wird rumgebollert, beschimpft und beleidigt. Und das nur von drei Usern. Der Rest hat sich vorbildlich verhalten. Lange Rede, kurzer Sinn: Sandra musste sich in einem Thread einmischen, der schon so mit rechtem Gedankengut verätzt war, dass ich eingreifen musste! Ich dachte:“Oh nein, bitte nicht hier auch. Mir reicht es im WAZ-Forum schon!“

Für Nichtkenner des WAZ-Forums: Ich bin mir nicht sicher, ob sich hier nur viele Rechte tummeln oder ob das tatsächlich ein Querschnitt dieser Gesellschaft ist. Beides ist jedoch schon schlimm genug.

Kaum, dass ich mich in dem o.g. Thread meldete, waren nicht „unangeschnallte Ausländer“ die Angriffspunkte, nein, ich zog den ganzen Schmock mal wieder so richtig an. Typische Beleidigungen mit dummen rot-braun-Vergleichen kamen unreflektiert daher und der Thread wurde gesperrt.

Super Sandra, kaum tauchst Du auf, fällst Du auch wieder dergleichen.

Aber meine lieben Freunde meines linken Blogs, das waren nur die Seiten eines Forums, die ich überall mit meinen Statements kennen gelernt habe. Überwiegens positiv hat sich meine Beziehung zu den anderen GGlern entwickelt.

Innerhalb kürzester Zeit muss ich schon sagen, wächst mir die Sache allmählich ein wenig über den Kopf. Kaum lerne ich die Leute im Forum oder im Chat kennen, wird sich auch verabredet und man trifft sich. Langeweile kommt da nicht auf. Nicht, dass ich mich je langweile aber ich komme kaum noch dazu, Texte für meinen Blog zu schreiben.

So sitze ich beispielsweise mit Blaumann im Chat und besaufe mich online so, dass ich vor lauter Lachen kaum den Bildschirm sehen kann. Oder Tiborplanet_de und ich sitzen alleine dort und schweigen. Wenn aber die Zahl von 15 Chat-Usern erreicht ist, kommt man überhaupt nicht mehr klar, wer mit wem redet!

Ich habe in der kurzen Zeit schon viele schöne Erlebnisse mit den GGlern gehabt und viel gelacht! So waren viele bei unserer Veranstaltung „Seid laut gegen Krieg“ und ich habe einige Blinddates gehabt. Irgendwie war man sich schon mit ein paar Usern vom schreiben so vertraut, dass man sich beim wirklichen kennen lernen nicht fremd vor kam. An dieser Stelle möchte ich Dieselchen einen besonderen Gruß ausrichten.

Ebenso lernte ich die kleine gemeine 01 kennen. Obwohl wir uns in GE schon öfter über den Weg gelaufen sind, hatten wir bis dahin noch nie das Vergnügen, miteinander zu plaudern.

Beim Consol4-Fest haben wir dann wirklich richtig Spaß gehabt. Man nehme noch ein paar „wütende“ GGler dazu und eine Selbstläuferparty ist im vollen Gange!

Besonders schön ist es, regelmäßig morgens eine persönliche Nachricht zu erhalten, in der irgendein Wohlgesonnener mir einfach mal einen schönen Tag wünscht.

Ich bin mir sicher, dass ich mich bestimmt auch irgendwann mal wieder über ein paar Idioten im Forum ärgern muss aber im großen und ganzen ist da schon eine hervorragende Truppe unterwegs, der immer wieder etwas neues einfällt.

Ich habe mich als Kind schon immer gefragt, wie es früher hier in Gelsenkirchen ausgesehen hat oder ab wann es den Laden X gab oder wie das Gelände aussah, bevor das Zentralbad dort gebaut wurde. Denn wie meine Mutter mir mitteilte, gehörte das Gelände mal meiner Familie und es standen zwei Häuser drauf. Das wurde dann an die Stadt verkauft und das Zentralbad gebaut. Hier sollte ich vielleicht auch mal recherchieren.

Es gibt noch so viel in Gelsenkirchen zu entdecken. Und genau aus diesem Grunde MUSS die Seite der Gelsenkirchener Geschichten aktiv und informativ bleiben!

Ich wünsche dem Team weiterhin viel Erfolg!!!!!

Eure Gelsenkirchenerin
Sandra

Link zu den Gelsenkirchener Geschichten

Aufstehen zum Hinsetzen

2. September 2008 um 22:37 Uhr

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Von Freitag den 19. bis Sonntag den 20. September 2008 findet in Köln der Anti-Islam-Kongress statt. Dazu aufgerufen hat die „Bürgerbewegung Pro Köln“. Erwartet werden bis zu 1.000 Rechte vom klassischen Neonazi bis hin zu Rechtskonservativen.

Im Hinblick auf das Wahljahr 2009 will „pro Köln“ diesen Kongress nutzen, um den Wahlkampf mit ihrer rechten Propaganda zu eröffnen. ein weiteres Ziel soll sein, die Zusammenarbeit extrem rechter Parteien aus ganz Europa auszubauen.

Viele FunktionärInnen und Mitglieder von „pro Köln“ kommen aus Parteien und Gruppierungen wie NPD, den „Republikanern“ und der „Deutschen Liga für Volk und Heimat“.

Zu diesem Kongress werden VertreterInnen aus anderen europäischen extrem rechten Parteien erwartet, wie z.B.

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Der Gefangene

um 21:23 Uhr

Kürzlich habe ich folgendes Gedicht von Erich Kurt Mühsam entdeckt. Mühsam war ein politischer Aktivist, Anarchist, Publizist und Schriftsteller und wurde 1934 vom Naziregime in Oranienburg ermordet.

Der Gefangene

Ich hab´mein Lebtag nicht gelernt
mich fremden Zwang zu fügen.
Jetzt haben sie mich einkasernt,
von Heim und Weib und Werk entfernt.
Doch ob sie mich erschlügen:
Sich fügen heißt lügen!

Ich soll? Ich muss? - Doch ich will nicht
nach jeder Herrn Vergnügen.
Ich tu nicht, was ein Fronvogt spricht.
Rebellen kennen beßre Pflicht,
als sich ins Joch zu fügen:
Sich fügen heißt lügen!

Der Staat, der mir die Freiheit nahm,
der folgt, mich zu betrügen,
mir in den Kerker ohne Scham.
Ich soll dem Paragraphenkram
mich noch in Fesseln fügen.
Sich fügen heißt lügen!

Doch brich die Kette einst entzwei,
darf ich in vollen Zügen
die Sonne atmen - Tyrannei!
Dann ruf ich in das Volk: Seid frei!
Verlern es dich zu fügen!
Sich fügen heißt lügen!

August 1919
Aus: Sammlung 1898 - 1928, Berlin 1928

Ist die Zeche Carl am Ende?

31. August 2008 um 22:06 Uhr

ZECHE CARL
Wilhelm-Nieswandt-Alle 100 ? 45326 Essen/Altenessen
Tel. 0201/83 444-18 - Fax 0201/350158

presse@zechecarl.de - www.zechecarl.de

Presseerklärung der Belegschaft der Zeche Carl

Operation gelungen, Patientin tot!?

Nachdem noch vor wenigen Wochen eine gemeinsame Erklärung der Stadt Essen und des Verwaltungsrates des Zeche Carl e.V. ein Fortführung des soziokulturellen Standortes der Zeche Carl im Essener Norden zusagte, gibt es nunmehr unübersehbare Anzeichen dafür, dass eines der größten und ältesten soziokulturellen Zentren der Bundesrepublik mehr oder weniger eiskalt und ohne öffentliches Aufsehen abgewickelt wird.

Damit stehen nicht nur 73 Arbeitsplätze, 18 davon hauptamtlich, auf dem Spiel sondern auch die Fortführung der soziokulturellen Arbeit mit all ihren kulturellen, pädagogischen, sozialen und gesellschaftlichen Dimensionen.

Eine inhaltliche und konzeptionelle Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen im Zeche Carl e.V. wurde von Verwaltung und Politik bislang weder nachgefragt noch zur Kenntnis genommen ? wenngleich mehrfach angeboten. Dieses Angebot halten wir nachhaltig aufrecht!

Auch das deutet darauf hin, dass eigene Konzepte eine kommerzielle Weiternutzung des sich in städtischer Liegenschaft befindlichen Gebäudekomplexes vorsehen. Auch hier mehren sich Anzeichen, dass bereits erste Gespräche mit entspr. Interessenten geführt werden.
Auch die zunächst in Aussicht gestellte Weiterführung des Kinder- und Jugendbereiches scheint ausgeschlossen ? erste Gespräche mit anderen Anbietern im Stadtteil werden bereits geführt.

Bis zum 30.9. befindet sich der Zeche Carl e.V. in vorläufiger Insolvenzprüfung, die nach Aussage der Stadt Essen zum 1.10. in eine Insolvenz münden wird. Bereits jetzt werden den MitarbeiterInnen Verträge zur Überleitung in eine städtische Transfergesellschaft unterbreitet, ohne nach alternativen Lösungen gesucht zu haben ? ohnehin nur eine evtl. Lösung für eine kleine Minderheit der Gesamtbelegschaft.

Insbesondere enttäuscht zeigen sich die MitarbeiterInnen von der ausbleibenden Unterstützung bzw. Solidarität der Grünen Ratsfraktion. Zählen hier die Vorwahlkämpfe bereits mehr als Inhalte? Zollverein, Philharmonie und Straßenstrich ja ? notwendige Soziokultur, Stadtteilarbeit und Raum für Essener BürgerInnen im Norden nein?

Wohlgemerkt: Es geht nicht um Millionenbeträge sondern um eine Aufstockung des (übrigens seit 14 Jahren gleich gebliebene) jährlichen Zuschusses um 80.000 Euro!

MitarbeiterInnen der Zeche Carl

Consol4 Festival in Gelsenkirchen

30. August 2008 um 13:51 Uhr

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Am Wochenende vom 5./6. September 2008 präsentiert das Proberaumzentrum Consol4 viele gute Gelsenkirchener Bands.

Ich kann nur jedem empfehlen dieses Event nicht zu verpassen.

Die zu erwartenden Band:

FREITAG, 05.09.08

18:00 THE MUDDY ECHOES (Garage)
19:00 DUC (Punk-Rock)
20:00 15 WATT (Prog-Punk)
21:00 RAGEFIELD (Hardcore/Metal)

SAMSTAG, 06.09.08

16:00 COVER STALKER (Cover-Rock)
17:00 HEINZ (Cover/Oldies)
18:00 CHRIS & KERY feat. TM SILTMANN (Retro-Rock)
19:00 ELFSTRUCK (Funk-Rock)
20:00 THE HERBS (Deutsch-Rock)
21:00 EISKRISTALL (Dark-Rock/Gothic)

- Programmänderungen vorbehalten
- Glasflaschen sind auf dem Gelände nicht gestattet
Der Eintritt ist frei!
Anfahrt

Erneut Anschläge auf DIE LINKE

29. August 2008 um 22:26 Uhr

Pressemitteilung DIE LINKE

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Neonazis setzen wiederholt tödliche Waffe ein. Staatschutz will keinen politischen Hintergrund sehen.

Innerhalb von nur 14 Tagen ist das Wahlkreisbüro der Dortmunder Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke (DIE LINKE) in der Nacht auf Freitag erneut Ziel eines Anschlags durch Neonazis geworden. Nach Aussage eines Zeugen zerstörte gegen 1.45 Uhr ein Geschoss die Frontscheibe des Wahlkreisbüros. Die Handschrift dieses Überfalls ist identisch mit dem Angriff am 15. August, bei dem Neonazis zusätzlich Aufkleber mit rechtsextremem Inhalt auf die Scheibe geklebt hatten.

“Das ist jetzt der vierte Anschlag auf mein Büro”, erklärt Jelpke. Zum Zeitpunkt des Anschlages ist das Büro von einem Mitarbeiter der Partei genutzt worden. “Es ist nur dem Zufall zu verdanken, dass sich dieser Kollege gerade in einem anderen Raum aufgehalten hat”, so Jelpke. “Die Scheibe wurde, wie bereits vor zwei Wochen, mit einem Geschoss zertrümmert, wahrscheinlich einer Stahlkugel, die aus einer Zwille abgefeuert wurde. Diese Waffe ist lebensgefährlich. Die Neonazis scheinen jetzt auch Schwerverletzte oder gar Tote in Kauf zu nehmen.”

Die Staatsschutzabteilung der Dortmunder Polizei weigert sich jedoch, den Tatort kriminaltechnisch zu untersuchen. “Die Beamten haben meinen Mitarbeitern erklärt, es sei ja nicht sicher, ob es wirklich einen politischen Hintergrund für den Angriff gibt”, so Jelpke. “Dafür fehlt mir jegliches Verständnis. Das Bundeskriminalamt nimmt derzeit wegen der gehäuften Anschläge eine Neueinschätzung meiner Gefährdungslage vor; Bundestagspräsident Norbert Lammert hat vor wenigen Tagen aus den gleichen Gründen die fälligen Sicherungsmaßnahmen am Büro genehmigt, nur der Staatsschutz stellt sich blind und taub.”
Dabei ist nicht nur das Wahlkreisbüro Ziel von Anschlägen: In derselben Nacht ist der Eingangsbereich des Wohnhauses von Helmut Manz, einem bekannten Antifaschisten und Aktivisten der Partei DIE LINKE, mit Judenstern und Fadenkreuz beschmiert und Scheiben seines PKW zertrümmert worden.

Ulla Jelpke: “Die Neonazis treten immer gewalttätiger auf. Umso wichtiger ist es, am 6. September gegen den Naziterror zu demonstrieren.” Für diesen Tag hat Jelpke eine Gegendemonstration gegen Nazi-Aufmarsch angemeldet.